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Paul Leutrum von Ertingen: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Paul Leutrum von Ertingen''' (auch ''Paul Lutran'') war ab 1437 [[Ist::Bürgermeister|Schultheiß]] von [[Tätig in::Pforzheim]].
Der Pforzheimer Amtsmann '''Paul Lutran (Leutrum) von Ertingen''' war ein schwäbischer Reichsritter aus Esslingen, der 1434 nach Pforzheim kam. Er wurde als Beauftragter des Markgrafen Jakob 1437 Schultheiß von Pforzheim, anschließend Obervogt und Kriegsrat.<ref>Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 206.</ref>


== Familie ==
== Leben ==
Er entstammte der Adelsfamilie [[Leutrum von Ertingen]] aus Oberschwaben, die auch in Esslingen begütert war, und heiratete die Prinzessin [[Verheiratet mit::Anna von Baden]], eine Schwester von Markgraf [[Jakob I. von Baden]]. Dadurch wurde seine Beziehung zum markgräflichen Haus gefestigt.
Er heiratete die Prinzessin [[Verheiratet mit::Anna von Baden]]. Dadurch wurde seine Beziehung zum markgräflichen Haus gefestigt. Markgraf Karl II. wurde durch die Heirat zu Paul Lutrans Schwager. 1466 übertrug der Markgraf die Pfandherrschaft über die Burg Liebeneck und über das Dorf Würm. Daraus entstand das erbliche Lehen der Familie Leutrum, das als reichsritterlicher Miniaturstaat mehr als 300 Jahre lang existierte.


1434 kam er nach Pforzheim und wurde als Beauftragter des Markgrafen Jakob 1437 Schultheiß von Pforzheim, anschließend Obervogt und Kriegsrat.<ref>Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 206.</ref>
== Haus ==
Das [[Haus des Paul Lutran (Leutrum) von Ertingen (Reuchlinstraße 9 / Östliche Karl-Friedrich-Str. 2)|Haus des Paul Lutran]] wird bereits 1447 erwähnt. Paul Lutran beherbergte in seinem Haus bei der Hochzeitsfeier für Markgraf Karl und Katharina von Österreich den Pfalzgrafen Ludwig mit Ehefrau. Das Gebäude an der Reuchlinstraße 9 war ein verputzter Fachwerkbau. Es handelte sich dabei um einen Neubau von 1709.<ref> '''Früheres Haus Leutrum, Reuchlinstraße 9'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 314f.</ref> Das Wohnhaus zählte zu den Adelsitzen im alten Pforzheim um 1500. Paul Lutran besaß 1451 auch das Haus beim Prediger Kloster (Dominikanerkloster).<ref>J. G. F. Pflueger: Geschichte der Stadt Pforzheim, 1862, S. 163.</ref><ref>'''Paul Lutram'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 206, 314, 315, 378.</ref>


1457 verkaufte er den alten Stammsitz der Leutrum, die Burg Ertingen, an das Stift Buchau. 1466 übertrug der Markgraf die Pfandherrschaft über die Burg Liebeneck und über das Dorf Würm. Daraus entstand das erbliche Lehen der Familie Leutrum, das als reichsritterlicher Miniaturstaat mehr als 300 Jahre lang existierte.
== Grablege ==

Von [[1659]] bis [[1820]] diente die [[Evangelische Kirche Würm]] als Grablege der Familie Leutrum. In dieser Zeit fanden mindestens 15 Bestattungen aus der Familie statt.
== Haus ==
Das [[Haus des Paul Leutrum von Ertingen|Haus des Paul Lutran]] wird bereits 1447 erwähnt, als Paul Lutran in seinem Haus bei der Hochzeitsfeier für Markgraf [[Karl I. von Baden]] und Katharina von Österreich den Pfalzgrafen Ludwig mit Ehefrau beherbergte. Das Gebäude an der Reuchlinstraße 9 war ein verputzter Fachwerkbau. Es handelte sich dabei um einen Neubau von 1709.<ref> '''Früheres Haus Leutrum, Reuchlinstraße 9'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 314f.</ref> Das Wohnhaus zählte zu den Adelsitzen im alten Pforzheim.


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
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== Literatur ==
== Literatur ==


* '''Der Miniaturstaat der Familie Leutrum von Ertingen '''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 234.
* '''Der Miniaturstaat der Familie Leutrum von Ertingen '''. In: Christoph Timm: ''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen,'' Pforzheim 2006, S. 234.
* '''Leutrum, von Ertingen (Familie)'''. In: Christoph Timm: ''Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet.'' Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 446, 451.
* '''Leutrum, von Ertingen (Familie)'''. In: Christoph Timm: ''Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet.'' Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 446, 451.
* '''Leutrum, von Ertingen (Familie)'''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 18,19, 215, 232-235, 238, 240, 335, 337-339.
* '''Leutrum, von Ertingen (Familie)'''. In: Christoph Timm: ''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 18, 19, 215, 232-235, 238, 240, 335, 337-339.
* Oskar Trost:'''Die Adelsitze im alten Pforzheim'''. In :Pforzheimer Geschichtsblätter 1, 1961, S. 82-145.
* Oskar Trost: '''Die Adelsitze im alten Pforzheim'''. In: Pforzheimer Geschichtsblätter 1, 1961, S. 82-145.
* '''Früheres Haus Leutrum, Reuchlinstraße 9'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 314f.
* '''Früheres Haus Leutrum, Reuchlinstraße 9'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 314f.
* '''Früheres Oberforsthaus, heute Östliche Karl-Friedrich-Straße 29'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 307f.
* '''Früheres Oberforsthaus, heute Östliche Karl-Friedrich-Straße 29'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 307f.
* Hans Rott: ''Kunst und Künstler am Baden-Durlacher Hof bis zur Gründung Karlsruhes'', Karlsruhe, 1917, S. 6 [http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/rott1917/0030?sid=3e6bd76db491e1f8ca519aafece882fb online bei Heidelberger historische Bestände digital]
* Hans Rott: ''Kunst und Künstler am Baden-Durlacher Hof bis zur Gründung Karlsruhes'', Karlsruhe, 1917, S. 6 ([http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/rott1917/0030?sid=3e6bd76db491e1f8ca519aafece882fb online])
* J.C.B. Mohr: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden: Bd. 7. Abt. Kreis Karlsruhe : Pforzheim Land, 1913, S. 96
* J. C. B. Mohr: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden: Bd. 7. Abt. Kreis Karlsruhe : Pforzheim Land, 1913, S. 96
* Pforzheimer Geschichtsblätter, Band 1, Stadtarchiv Pforzheim, 1961, S. 96, 123
* Pforzheimer Geschichtsblätter, Band 1, Stadtarchiv Pforzheim, 1961, S. 96, 123.
* J. G. F. Pflueger: Geschichte der Stadt Pforzheim, 1862, S. 152, 163, 174, 175, 282, 306, 339, 432, 502, 540, 545.[https://books.google.de/books?id=CqxYAAAAcAAJ&pg=PA146&dq=von+Kaltenthal+pforzheim&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjIzras3-TbAhUCPVAKHSztA3MQ6AEINTAD#v=snippet&q=leutrum&f=false]
* J. G. F. Pflueger: Geschichte der Stadt Pforzheim, 1862, S. 152, 163, 174, 175, 282, 306, 339, 432, 502, 540, 545. ([https://books.google.de/books?id=CqxYAAAAcAAJ&pg=PA146&dq=von+Kaltenthal+pforzheim&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjIzras3-TbAhUCPVAKHSztA3MQ6AEINTAD#v=snippet&q=leutrum&f=false online])


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Aktuelle Version vom 27. Februar 2020, 19:06 Uhr

Paul Leutrum von Ertingen (auch Paul Lutran) war ab 1437 Schultheiß von Pforzheim.

Leben

Er entstammte der Adelsfamilie Leutrum von Ertingen aus Oberschwaben, die auch in Esslingen begütert war, und heiratete die Prinzessin Anna von Baden, eine Schwester von Markgraf Jakob I. von Baden. Dadurch wurde seine Beziehung zum markgräflichen Haus gefestigt.

1434 kam er nach Pforzheim und wurde als Beauftragter des Markgrafen Jakob 1437 Schultheiß von Pforzheim, anschließend Obervogt und Kriegsrat.[1]

1457 verkaufte er den alten Stammsitz der Leutrum, die Burg Ertingen, an das Stift Buchau. 1466 übertrug der Markgraf die Pfandherrschaft über die Burg Liebeneck und über das Dorf Würm. Daraus entstand das erbliche Lehen der Familie Leutrum, das als reichsritterlicher Miniaturstaat mehr als 300 Jahre lang existierte.

Haus

Das Haus des Paul Lutran wird bereits 1447 erwähnt, als Paul Lutran in seinem Haus bei der Hochzeitsfeier für Markgraf Karl I. von Baden und Katharina von Österreich den Pfalzgrafen Ludwig mit Ehefrau beherbergte. Das Gebäude an der Reuchlinstraße 9 war ein verputzter Fachwerkbau. Es handelte sich dabei um einen Neubau von 1709.[2] Das Wohnhaus zählte zu den Adelsitzen im alten Pforzheim.

Einzelnachweise

  1. Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 206.
  2. Früheres Haus Leutrum, Reuchlinstraße 9. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 314f.

Literatur

  • Der Miniaturstaat der Familie Leutrum von Ertingen . In: Christoph Timm: Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen, Pforzheim 2006, S. 234.
  • Leutrum, von Ertingen (Familie). In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 446, 451.
  • Leutrum, von Ertingen (Familie). In: Christoph Timm: Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 18, 19, 215, 232-235, 238, 240, 335, 337-339.
  • Oskar Trost: Die Adelsitze im alten Pforzheim. In: Pforzheimer Geschichtsblätter 1, 1961, S. 82-145.
  • Früheres Haus Leutrum, Reuchlinstraße 9. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 314f.
  • Früheres Oberforsthaus, heute Östliche Karl-Friedrich-Straße 29. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1, S. 307f.
  • Hans Rott: Kunst und Künstler am Baden-Durlacher Hof bis zur Gründung Karlsruhes, Karlsruhe, 1917, S. 6 (online)
  • J. C. B. Mohr: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden: Bd. 7. Abt. Kreis Karlsruhe : Pforzheim Land, 1913, S. 96
  • Pforzheimer Geschichtsblätter, Band 1, Stadtarchiv Pforzheim, 1961, S. 96, 123.
  • J. G. F. Pflueger: Geschichte der Stadt Pforzheim, 1862, S. 152, 163, 174, 175, 282, 306, 339, 432, 502, 540, 545. (online)