Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenz![]()
mail.de
Boden (Dürrmenz): Unterschied zwischen den Versionen
+Bild |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (2 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
Als '''Boden''' wird eine Flur auf der Gemarkung Mühlacker, südöstlich von [[Dürrmenz]] bezeichnet. Auf ihr wurde eine römische Ruine entdeckt. |
Als '''Boden''' wird eine Flur auf der Gemarkung von [[Mühlacker]], südöstlich von [[Dürrmenz]] bezeichnet. Auf ihr wurde eine römische Ruine entdeckt. |
||
== Römische Ruine == |
== Römische Ruine == |
||
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
Die Ruine ist bereits in der Oberamtsbeschreibung von 1870 erwähnt.<ref>Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Maulbronn. Stuttgart 1870. S. 211</ref>. Im Herbst 1898 wurden beim Pflügen Scherben mit Tiergestalten gefunden und ins Rathaus gebracht, wo sie allerdings verloren gegangen sind.<ref>Knöller, Karl. Unser Dürrmenz-Mühlacker. Ein Ortsbuch für Haus und Schule. Dürrmenz-Mühlacker 1928</ref> Im November 1898 folgte daraufhin auf Veranlassung von Sanitätsrat Dr. Reichmann eine kleinere Grabung durch Prof. Sirt vom Landeskonservatorium. Diese brachte neben Ziegel- und Scherbenreste auch eine 1 m dicke und 7 m lange Mauer zutage.<ref>Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 166</ref> Eine Terra-sigilata-Scherbe (aus einer Schale des Typs Dragendorff 37) entstammt der Töpferwerkstatt eines ''Julius'' aus Rheinzabern und wird auf die 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts datiert.<ref>Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 167</ref> |
Die Ruine ist bereits in der Oberamtsbeschreibung von 1870 erwähnt.<ref>Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Maulbronn. Stuttgart 1870. S. 211</ref>. Im Herbst 1898 wurden beim Pflügen Scherben mit Tiergestalten gefunden und ins Rathaus gebracht, wo sie allerdings verloren gegangen sind.<ref>Knöller, Karl. Unser Dürrmenz-Mühlacker. Ein Ortsbuch für Haus und Schule. Dürrmenz-Mühlacker 1928</ref> Im November 1898 folgte daraufhin auf Veranlassung von Sanitätsrat Dr. Reichmann eine kleinere Grabung durch Prof. Sirt vom Landeskonservatorium. Diese brachte neben Ziegel- und Scherbenreste auch eine 1 m dicke und 7 m lange Mauer zutage.<ref>Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 166</ref> Eine Terra-sigilata-Scherbe (aus einer Schale des Typs Dragendorff 37) entstammt der Töpferwerkstatt eines ''Julius'' aus Rheinzabern und wird auf die 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts datiert.<ref>Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 167</ref> |
||
== Aufbau == |
|||
== Aufbau<ref>Angaben nach Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 166</ref> == |
|||
[[Datei:Boden.JPG|thumb |
[[Datei:Boden.JPG|thumb|Rekonstruktion nach Hugenot (1992)]] |
||
Der Besitzer des Grundstückes fertigte um 1990 einen Grundriss des Gebäudes auf Basis eigener Beobachtungen. Demnach ist das Gebäude quadratisch aufgebaut und besitzt eine Seitenlänge von 20 m. Im Westen befanden sich zwei Räume mit je 10 m Breite. Der Ostteil war dreiteilig, wobei der Eingang zwischen den beiden nördlich gelegenen Räumen vermutet wird (vgl. Bild). Westlich vom Gebäude befindet sich ein Schutthaufen, bei dem es sich möglicherweise um ein weiteres Gebäudeteil handelt. |
Der Besitzer des Grundstückes fertigte um 1990 einen Grundriss des Gebäudes auf Basis eigener Beobachtungen. Demnach ist das Gebäude quadratisch aufgebaut und besitzt eine Seitenlänge von 20 m. Im Westen befanden sich zwei Räume mit je 10 m Breite. Der Ostteil war dreiteilig, wobei der Eingang zwischen den beiden nördlich gelegenen Räumen vermutet wird (vgl. Bild).<ref>Angaben nach Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 166</ref> Westlich vom Gebäude befindet sich ein Schutthaufen, bei dem es sich möglicherweise um ein weiteres Gebäudeteil handelt. |
||
Ferner wird 20 m westlich des Gebäude möglicherweise noch Reste einer Umgebungsmauer vermutet. |
Ferner wird 20 m westlich des Gebäude möglicherweise noch Reste einer Umgebungsmauer vermutet. |
||
| Zeile 15: | Zeile 15: | ||
<references/> |
<references/> |
||
[[Kategorie: |
[[Kategorie:Abgegangenes Bauwerk]] |
||
[[Kategorie:Mühlacker]] |
[[Kategorie:Bauwerk (Mühlacker)]] |
||
[[Kategorie:Flurname (Mühlacker)]] |
|||
[[Kategorie:Römer]] |
|||
Aktuelle Version vom 10. Januar 2020, 17:02 Uhr
Als Boden wird eine Flur auf der Gemarkung von Mühlacker, südöstlich von Dürrmenz bezeichnet. Auf ihr wurde eine römische Ruine entdeckt.
Römische Ruine
Die Ruine ist bereits in der Oberamtsbeschreibung von 1870 erwähnt.[1]. Im Herbst 1898 wurden beim Pflügen Scherben mit Tiergestalten gefunden und ins Rathaus gebracht, wo sie allerdings verloren gegangen sind.[2] Im November 1898 folgte daraufhin auf Veranlassung von Sanitätsrat Dr. Reichmann eine kleinere Grabung durch Prof. Sirt vom Landeskonservatorium. Diese brachte neben Ziegel- und Scherbenreste auch eine 1 m dicke und 7 m lange Mauer zutage.[3] Eine Terra-sigilata-Scherbe (aus einer Schale des Typs Dragendorff 37) entstammt der Töpferwerkstatt eines Julius aus Rheinzabern und wird auf die 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts datiert.[4]
Aufbau
Der Besitzer des Grundstückes fertigte um 1990 einen Grundriss des Gebäudes auf Basis eigener Beobachtungen. Demnach ist das Gebäude quadratisch aufgebaut und besitzt eine Seitenlänge von 20 m. Im Westen befanden sich zwei Räume mit je 10 m Breite. Der Ostteil war dreiteilig, wobei der Eingang zwischen den beiden nördlich gelegenen Räumen vermutet wird (vgl. Bild).[5] Westlich vom Gebäude befindet sich ein Schutthaufen, bei dem es sich möglicherweise um ein weiteres Gebäudeteil handelt.
Ferner wird 20 m westlich des Gebäude möglicherweise noch Reste einer Umgebungsmauer vermutet.
Einzelnachweise
- ↑ Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Maulbronn. Stuttgart 1870. S. 211
- ↑ Knöller, Karl. Unser Dürrmenz-Mühlacker. Ein Ortsbuch für Haus und Schule. Dürrmenz-Mühlacker 1928
- ↑ Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 166
- ↑ Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 167
- ↑ Angaben nach Jean-Claude Hugenot: Das römische Mühlacker. In: Der Enzkreis. Jahrbuch 91/92. S. 166