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Öffinger Weg: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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==Lage==
==Lage==
Das Gewann liegt nordwestlich von Illingen. Der Öffinger Weg selbst stellt eine Feldweg-Abzweigung der Kreisstraße [[K4510]] Richtung dem Walddistrikt Duret dar. Die Flur grenzt südlich an das Gewann "Ob dem Bewässerungsgraben", im Westen an die Flur "Duret" und im Norden an die "Wolfsschwarte".
Das Gewann liegt nordwestlich von Illingen. Der Öffinger Weg selbst stellt eine Feldweg-Abzweigung der Kreisstraße [[K 4510]] Richtung dem Walddistrikt Duret dar. Die Flur grenzt südlich an das Gewann "Ob dem Bewässerungsgraben", im Westen an die Flur "Duret" und im Norden an die "Wolfsschwarte".


==Wüstung==
==Wüstung==
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Ein Ort namens Öffingen zwischen Illingen und [[Lienzingen]] taucht in keinerlei historischen Urkunde auf, weshalb die Existenz nicht gesichert ist. Möglicherweise ist die Ortschaft schon abgegangen bevor schriftliche Urkunden im 12. bzw. [[13. Jahrhundert]] geläufiger wurden oder der Ort stellte nie eine selbstständige Siedlung dar, die von Illingen unabhängig war.
Ein Ort namens Öffingen zwischen Illingen und [[Lienzingen]] taucht in keinerlei historischen Urkunde auf, weshalb die Existenz nicht gesichert ist. Möglicherweise ist die Ortschaft schon abgegangen bevor schriftliche Urkunden im 12. bzw. [[13. Jahrhundert]] geläufiger wurden oder der Ort stellte nie eine selbstständige Siedlung dar, die von Illingen unabhängig war.


Nichtsdestotrotz existieren weitere Hinweise, die eine wüstgefallene Siedlung nahe legen können:
Nichtsdestotrotz existieren weitere Hinweise, die eine wüstgefallene Siedlung nahe legen können:<ref>Bischoff (2012): Alte Orte des Enzkreis. Neues über die Wüstungen im heutigen Enzkreis. S. 10</ref>


1. Die Gemarkung Illingens reicht ungewöhnlich nahe an den Ortskern Lienzingens. Auch reicht die Gemarkung [[Mühlhausen (Enz)|Mühlhausens]] bis an die [[Schmie]]. Derartige Eigenarten sind u. a. typisch für ein Ergebnis eines Wüstungsprozesses. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass die Siedlung [[Eckenweiher]] wohl bei der Umwandlung in einen [[Kloster Maulbronn|Maulbronner]] [[Grangie|Klosterhof]] an Gemarkung einbüßen musste. Auch lag der ursprüngliche Siedlungskern Illingens wohl im Frühmittelalter bachaufwärts beim "Hofäcker" bzw. "Brühl".
1. Die Gemarkung Illingens reicht ungewöhnlich nahe an den Ortskern Lienzingens. Auch reicht die Gemarkung [[Mühlhausen (Enz)|Mühlhausens]] bis an die [[Schmie]]. Derartige Eigenarten sind u. a. typisch für ein Ergebnis eines Wüstungsprozesses. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass die Siedlung [[Eckenweiher]] wohl bei der Umwandlung in einen [[Kloster Maulbronn|Maulbronner]] [[Grangie|Klosterhof]] an Gemarkung einbüßen musste. Auch lag der ursprüngliche Siedlungskern Illingens wohl im Frühmittelalter bachaufwärts beim "Hofäcker" bzw. "Brühl".
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===Mögliche Rekonstruktion===
===Mögliche Rekonstruktion===
Auf Basis der Indizien scheint Öffingen eine frühmittelalterliche Ausbausiedlung Illingens gewesen zu sein. Der Name leitet sich wohl vom Personennamen Offo ab und bedeutet "bei den Leuten des Offo". Orte mit der Endung -ingen weisen auf eine Ortsgründung vor 1000 n. Chr. hin. Da Öffingen scheinbar keine eigene Gemarkung besaß, muss sie als kleine Nebensiedlung Illingens angesehen werden, die zwischen um 500 bis um 750 gegründet wurde. Reihengräber wurden bis ungefähr Mitte des [[8. Jahrhundert]]s angelegt. Eine Merowinger-Ausbausiedlung in direkter Nähe zum Mutterort auch [[Oberhofen (Knittlingen)|Oberhofen bei Knittlingen]].
Auf Basis der Indizien scheint Öffingen eine frühmittelalterliche Ausbausiedlung Illingens gewesen zu sein. Der Name leitet sich wohl vom Personennamen Offo ab und bedeutet "bei den Leuten des Offo". Orte mit der Endung -ingen weisen auf eine Ortsgründung vor 1000 n. Chr. hin. Da Öffingen scheinbar keine eigene Gemarkung besaß, muss sie als kleine Nebensiedlung Illingens angesehen werden, die zwischen um 500 bis um 750 gegründet wurde. Reihengräber wurden bis ungefähr Mitte des [[8. Jahrhundert]]s angelegt. Eine Merowinger-Ausbausiedlung in direkter Nähe zum Mutterort wäre z.B. auch [[Oberhofen (Knittlingen)|Oberhofen bei Knittlingen]].

Über den Zeitpunkt des Wüstwerdens lässt sich nichts sicher sagen. Da der Ort in Urkunden ab dem 12./13. Jahrhundert nicht auftaucht, dürfte die Siedlung schon vorher aufgegeben worden sein. Vermutlich fand der Abgang mit der Konzentration Illingens vom Weiler mit Herrenhof zum Haufendorf statt.


Über den Zeitpunkt des Wüstwerdens lässt sich nichts sicher sagen. Da der Ort in Urkunden ab dem 12./13. Jahrhundert nicht auftaucht, dürfte die Siedlung schon vorher aufgegeben worden sein. Vermutlich fand der Abgang mit der Konzentration Illingens vom Weiler mit Herrenhof zum Haufendorf statt.<ref>Bischoff (2012) ebd.</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references>
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[[Kategorie: Wüstung]]
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Aktuelle Version vom 28. August 2019, 16:03 Uhr

Der Öffinger Weg ist eine Flur auf der Gemarkung Illingen. Der Name deutet auf eine Wüstung Öffingen hin.

Lage

Das Gewann liegt nordwestlich von Illingen. Der Öffinger Weg selbst stellt eine Feldweg-Abzweigung der Kreisstraße K 4510 Richtung dem Walddistrikt Duret dar. Die Flur grenzt südlich an das Gewann "Ob dem Bewässerungsgraben", im Westen an die Flur "Duret" und im Norden an die "Wolfsschwarte".

Wüstung

Indizien

Ein Ort namens Öffingen zwischen Illingen und Lienzingen taucht in keinerlei historischen Urkunde auf, weshalb die Existenz nicht gesichert ist. Möglicherweise ist die Ortschaft schon abgegangen bevor schriftliche Urkunden im 12. bzw. 13. Jahrhundert geläufiger wurden oder der Ort stellte nie eine selbstständige Siedlung dar, die von Illingen unabhängig war.

Nichtsdestotrotz existieren weitere Hinweise, die eine wüstgefallene Siedlung nahe legen können:[1]

1. Die Gemarkung Illingens reicht ungewöhnlich nahe an den Ortskern Lienzingens. Auch reicht die Gemarkung Mühlhausens bis an die Schmie. Derartige Eigenarten sind u. a. typisch für ein Ergebnis eines Wüstungsprozesses. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass die Siedlung Eckenweiher wohl bei der Umwandlung in einen Maulbronner Klosterhof an Gemarkung einbüßen musste. Auch lag der ursprüngliche Siedlungskern Illingens wohl im Frühmittelalter bachaufwärts beim "Hofäcker" bzw. "Brühl".

2. Im Lorscher Codex schenkt ein Adelmann "in villa Illincheimer marca" im Jahr 767 Ackerland an das Kloster Lorsch. Es könnte sich hierbei um Illingen handeln oder um ein weiteres Dorf auf Illinger Gemarkung. Gustav Bossert vermutet, dass hier Ensingen gemeint ist[2], allerdings wäre ein Dorf Öffingen passender.

3. In der Flur "Duret" wurden Reihengräberfunde aus der Merowingerzeit gemacht. Die Gewanne "Duret" und "Öffinger Weg" wurden daraufhin 1979 zum Grabungsschutzgebiet erklärt[3] Beim Gräberfeld handelt es sich um das zweite Merowingergrab auf Illinger Gemarkung. Das andere Feld befindet sich südlich der Schmie.

Mögliche Rekonstruktion

Auf Basis der Indizien scheint Öffingen eine frühmittelalterliche Ausbausiedlung Illingens gewesen zu sein. Der Name leitet sich wohl vom Personennamen Offo ab und bedeutet "bei den Leuten des Offo". Orte mit der Endung -ingen weisen auf eine Ortsgründung vor 1000 n. Chr. hin. Da Öffingen scheinbar keine eigene Gemarkung besaß, muss sie als kleine Nebensiedlung Illingens angesehen werden, die zwischen um 500 bis um 750 gegründet wurde. Reihengräber wurden bis ungefähr Mitte des 8. Jahrhunderts angelegt. Eine Merowinger-Ausbausiedlung in direkter Nähe zum Mutterort wäre z.B. auch Oberhofen bei Knittlingen.

Über den Zeitpunkt des Wüstwerdens lässt sich nichts sicher sagen. Da der Ort in Urkunden ab dem 12./13. Jahrhundert nicht auftaucht, dürfte die Siedlung schon vorher aufgegeben worden sein. Vermutlich fand der Abgang mit der Konzentration Illingens vom Weiler mit Herrenhof zum Haufendorf statt.[4]

Einzelnachweise

<references>

  1. Bischoff (2012): Alte Orte des Enzkreis. Neues über die Wüstungen im heutigen Enzkreis. S. 10
  2. Gustav Bossert (1895): Württembergisches aus dem Codex Laureshamensis, den Traditiones Fuldensis und aus Weissenburger Quellen; S.94
  3. Gesetzblatt für Baden Württemberg, ausgegeben am 25.01.1980, S.30f
  4. Bischoff (2012) ebd.