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Fritz Roth: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Dr. '''Fritz Roth''' (1878-1968)<ref>Andrea Binz-Rudek:''Zu guter Letzt … ein unscheinbarer Brief?''. In: Archivmagazin Nr. 2015/2 Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim [https://di0pda1wg490s.cloudfront.net/fileadmin/user_upload/archiv/pdf/archivmagazin_02-2015_online.pdf]</ref> war ein Wuppertaler Stadtbaurat, der als Gutachter vom Gemeinderat Pforzheims 1947 eingeladen wurde um über den Wiederaufbauplan der Innenstadt zu beraten.
'''Fritz Roth''' (* [[Geburtsjahr::1878]]; † [[Todesjahr::1968]]) war [[Ist::Ingenieur]] und von 1911 bis 1914 stellvertretender Leiter der Bauverwaltung in [[Tätig in::Pforzheim]]. Später war er Beigeordneter und Stadtbaurat in Wuppertal.<ref>[[Andrea Binz-Rudek]]: ''Zu guter Letzt … ein unscheinbarer Brief?'' In: Archivmagazin Nr. 2015/2: Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim ([https://di0pda1wg490s.cloudfront.net/fileadmin/user_upload/archiv/pdf/archivmagazin_02-2015_online.pdf PDF])</ref>
'''Fritz Roth''' (* [[Geburtsjahr::1878]] in {{geboren in|Pforzheim}}; † [[Todesjahr::1968]]) war


== Leben ==
In seinem ''Gutachten über den Allgemeinen Verkehrs- und Bebauungssplan'' forderte Roth eine autogerechte Stadt. Im Oktober 1948 wurden Roths Vorschläge vom Gemeinderat angenommen und beschlossen.<ref name="Ciy-Konzepte">'''City-Konzepte, 1946-1959 '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 69-70.</ref> Der im Jahre 1948 beschlossene Verkehrs- und Bebbaungsplan wollte ''„das Gewimmel von Gässchen und Sträßchen“''<ref name="97f"/> der ''„Altstadt“''<ref name="97f"/> beseitigen. Neu enstehen sollten ''„große Geschäfts und Ladenbauten“''.<ref name="97f"/> Die originalgetreue Rekonstruktion der Altstadt, so wie in [[Danzig]], wurde in Pforzheim abgeleht: ''„Der Versuch, etwa mittelalterliche Straßenbilder herstellen zu wollen, wäre völlig abwegig.“''.<ref name="97f">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Städtebauliche Megastrukturen'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 97f.</ref>
Als Wuppertaler Stadtbaurat wurde er als Gutachter vom Gemeinderat Pforzheims 1947 eingeladen, um über den Wiederaufbauplan der Innenstadt zu beraten. Er erstellte unter anderem Organisationspläne für die Wiener Bauverwaltung und verschiedene andere städtebauliche Gutachten.


In seinem ''Gutachten über den Allgemeinen Verkehrs- und Bebauungssplan'' forderte Roth eine autogerechte Stadt. Im Oktober 1948 wurden Roths Vorschläge vom Gemeinderat angenommen und beschlossen.<ref name="Ciy-Konzepte">'''City-Konzepte, 1946-1959 '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 69-70.</ref> Der im Jahre 1948 beschlossene Verkehrs- und Bebbaungsplan wollte ''„das Gewimmel von Gässchen und Sträßchen“''<ref name="97f"/> der ''„Altstadt“''<ref name="97f"/> beseitigen. Neu enstehen sollten ''„große Geschäfts und Ladenbauten“''.<ref name="97f"/> Die originalgetreue Rekonstruktion der Altstadt, so wie in Danzig, wurde in Pforzheim abgeleht: ''„Der Versuch, etwa mittelalterliche Straßenbilder herstellen zu wollen, wäre völlig abwegig.“''.<ref name="97f">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Städtebauliche Megastrukturen'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 97f.</ref>


Der Brief von Dr. Fritz Roth (1878-1968) an den damals
==Brief von Dr. Fritz Roth==
[[Datei:Brief von Fritz Roth (1878-1968) an Johann Peter Brandenburg (1905-1977) vom 27. August 1947 (1).jpg|thumb| ]]
noch stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg vom 27. August 1947 wird hier kurz vorgestellt. Der Inhalt ist weder spektakulär noch witzig,
[[Datei:Brief von Fritz Roth (1878-1968) an Johann Peter Brandenburg (1905-1977) vom 27. August 1947 (2).jpg|thumb| ]]
doch spiegelt sich der Zeitgeist wider.

Im vorliegenden Schreiben geht es um ein Gutachten, das Fritz Roth, der in Karlsruhe aufwuchs und
Der Brief von Dr. Fritz Roth (1878-1968) an den damals stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. [[Johann Peter Brandenburg]] vom 27. August 1947 wird hier kurz vorgestellt.
von 1911 bis 1914 stellvertretender Leiter der Bauverwaltung in Pforzheim war, für die Stadt anfertigen

soll. Das Gutachten des Ingenieurs und zur damaligen
:''Eilbrief!
Zeit Beigeordneter und Stadtbaurat a. D. von Wuppertal wurde im Januar 1948 in Pforzheim veröffentlicht
:''Zur Zeit: 216 Brunskappel, Kreis Brilon, Gasthof Börgner
als Gutachten über den Allgemeinen Verkehrs- und
:''27. August 1947
Bebauungsplan der Stadt Pforzheim i. Baden und
:''An Herrn stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg Pforzheim in Baden
kann natürlich im Lesesaal des Stadtarchivs eingesehen werden.
:''Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Roth war zur damaligen Zeit ein gefragter und politisch unbedenklicher Mann. Er erstellte unter anderem Organisationspläne für die Wiener Bauverwaltung und verschiedene andere städtebauliche
:''Ihre geschätzte Zuschrift vom 21. dieses Monats erreichte mich heute hierin der Sommerfrische. Ich danke Ihnen verbindlichst für die ehrende Anfrage und bin sehr gern bereit, Ihrer liebenswürdigen Einladung Folge zu leisten. Ich habe deshalb vorhin folgendes Telegramm an Sie aufgegeben: „Anfrage vom 21. August erhalten. Kann ab Donnerstag, 4. September, in Pforzheim sein. Erbitte telegraphische Antwort nach Wuppertal, welcher Termin genehm.“ Ich kann also vom 4. September ab Ihnen jederzeit zur Verfügung stehen, aber leider kaum früher, weil ich zwischenzeitlich noch dringliches erledigen muß. Sollte Herr Professor Abel nur vor dem 4. September Zeit verfügbar haben, so würde ich dies bedauern, aber für unbedenklich halten.
Gutachten. Eine Reise in das kriegszerstörte Pforzheim scheint für Fritz Roth ein kleines Abenteuer zu
:''Ich bitte, mir nicht verübeln zu wollen, wenn ich noch eine persönliche Bitte vorzutragen mir erlaube, die durch die Erfahrungen in der Nachkriegszeit bei meinen gutachterlichen Reisen ausgelöst wird. Ich wäre Ihnen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, zu großem Dank verpflichtet, wenn Ihre Verwaltung mir eine Unterkunft und Verpflegung beschaffen könnte. Beim Fehlen eines geeigneten Gasthofes wurde ich anderwärts schon in einem städtischen Heim oder Krankenhaus für die Dauer meines Aufenthaltes untergebracht. Ich werde übermorgen nach Wuppertal – Barmen zurückkehren und sehe dort Ihren weiteren sehr geschätzten Mitteilungen entgegen.
sein, da eine gesicherte Unterkunft und die Verpflegung reine Glücksachen sind.
:''Ich verbleibe mit größter Hochachtung
Die Sprache erscheint antiquiert – wer ist heute noch
:''Ihr sehr ergebener
„in der Sommerfrische“ oder verschickt Telegramme
:''Dr. Roth
in ihrem ureigenen verkürzten Schreibstil. Wurden
:''Beigeordneter und Stadtbaurat außer Dienst
1978 noch drei Millionen Telegramme übermittelt,
findet man heute nur noch veränderte Formen von
„Schmucktelegrammen“ für kurze und termingebundene Mitteilungen. Das Telegramm ist vergessen in
einer von SMS, E-Mail oder Instant Messaging überfluteten modernen Kommunikation.


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>

== Weblink ==
== Weblink ==
* [https://di0pda1wg490s.cloudfront.net/fileadmin/user_upload/archiv/pdf/archivmagazin_02-2015_online.pdf] Archivmagazin Nr. 2015/2
* [https://di0pda1wg490s.cloudfront.net/fileadmin/user_upload/archiv/pdf/archivmagazin_02-2015_online.pdf Archivmagazin Nr. 2015/2: Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim]
Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim


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[[Kategorie:Mann]]
[[Kategorie:Mann]]
[[Kategorie:Architekt]]
[[Kategorie:Architekt]]
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Aktuelle Version vom 20. Juni 2019, 10:10 Uhr

Fritz Roth (* 1878; † 1968) war Ingenieur und von 1911 bis 1914 stellvertretender Leiter der Bauverwaltung in Pforzheim. Später war er Beigeordneter und Stadtbaurat in Wuppertal.[1]

Leben

Als Wuppertaler Stadtbaurat wurde er als Gutachter vom Gemeinderat Pforzheims 1947 eingeladen, um über den Wiederaufbauplan der Innenstadt zu beraten. Er erstellte unter anderem Organisationspläne für die Wiener Bauverwaltung und verschiedene andere städtebauliche Gutachten.

In seinem Gutachten über den Allgemeinen Verkehrs- und Bebauungssplan forderte Roth eine autogerechte Stadt. Im Oktober 1948 wurden Roths Vorschläge vom Gemeinderat angenommen und beschlossen.[2] Der im Jahre 1948 beschlossene Verkehrs- und Bebbaungsplan wollte „das Gewimmel von Gässchen und Sträßchen“[3] der „Altstadt“[3] beseitigen. Neu enstehen sollten „große Geschäfts und Ladenbauten“.[3] Die originalgetreue Rekonstruktion der Altstadt, so wie in Danzig, wurde in Pforzheim abgeleht: „Der Versuch, etwa mittelalterliche Straßenbilder herstellen zu wollen, wäre völlig abwegig.“.[3]

Brief von Dr. Fritz Roth

Der Brief von Dr. Fritz Roth (1878-1968) an den damals stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Johann Peter Brandenburg vom 27. August 1947 wird hier kurz vorgestellt.

Eilbrief!
Zur Zeit: 216 Brunskappel, Kreis Brilon, Gasthof Börgner
27. August 1947
An Herrn stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg Pforzheim in Baden
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Ihre geschätzte Zuschrift vom 21. dieses Monats erreichte mich heute hierin der Sommerfrische. Ich danke Ihnen verbindlichst für die ehrende Anfrage und bin sehr gern bereit, Ihrer liebenswürdigen Einladung Folge zu leisten. Ich habe deshalb vorhin folgendes Telegramm an Sie aufgegeben: „Anfrage vom 21. August erhalten. Kann ab Donnerstag, 4. September, in Pforzheim sein. Erbitte telegraphische Antwort nach Wuppertal, welcher Termin genehm.“ Ich kann also vom 4. September ab Ihnen jederzeit zur Verfügung stehen, aber leider kaum früher, weil ich zwischenzeitlich noch dringliches erledigen muß. Sollte Herr Professor Abel nur vor dem 4. September Zeit verfügbar haben, so würde ich dies bedauern, aber für unbedenklich halten.
Ich bitte, mir nicht verübeln zu wollen, wenn ich noch eine persönliche Bitte vorzutragen mir erlaube, die durch die Erfahrungen in der Nachkriegszeit bei meinen gutachterlichen Reisen ausgelöst wird. Ich wäre Ihnen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, zu großem Dank verpflichtet, wenn Ihre Verwaltung mir eine Unterkunft und Verpflegung beschaffen könnte. Beim Fehlen eines geeigneten Gasthofes wurde ich anderwärts schon in einem städtischen Heim oder Krankenhaus für die Dauer meines Aufenthaltes untergebracht. Ich werde übermorgen nach Wuppertal – Barmen zurückkehren und sehe dort Ihren weiteren sehr geschätzten Mitteilungen entgegen.
Ich verbleibe mit größter Hochachtung
Ihr sehr ergebener
Dr. Roth
Beigeordneter und Stadtbaurat außer Dienst

Einzelnachweise

  1. Andrea Binz-Rudek: Zu guter Letzt … ein unscheinbarer Brief? In: Archivmagazin Nr. 2015/2: Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim (PDF)
  2. City-Konzepte, 1946-1959 . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 69-70.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Städtebauliche Megastrukturen. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 97f.

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