Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenz![]()
mail.de
Brauerei Beckh: Unterschied zwischen den Versionen
gliederung wieder eingefügt |
|||
| (15 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
[[Datei:Brauerei Beckh 1955.JPG|thumb|Brauerei Beckh in den 1950er Jahren]] |
|||
[[Datei:Werbung Biersortiment 1980 4.JPG|thumb|Sortiment in den 1980er Jahren]] |
|||
| ⚫ | |||
== Geschichte == |
== Geschichte == |
||
| ⚫ | [[Gegründet::1855]] pachtete der aus [[Wilferdingen]] stammende [[Christoph Beckh]] (1828–1885) die ''Brauerei Ungerer'' (gegründet [[1809]]) in der westlichen Vorstadt [[Pforzheim|Pforzheims]] (heutige [[Westliche Karl-Friedrich-Straße]] 47). Um [[1861]] erwarb er ein Gebäude am Markt 4, das er zu seiner neuen [[Brauerei]] ausbaute. In [[Brötzingen]] errichtete er in den [[1870er]] Jahren große Kellereien, die er bis [[1885]] um Eis- und Bierkeller erweiterte. |
||
| ⚫ | Als Christoph Beckh 1885 gestorben war, führte zuerst Adolf Beckh, der erstgeborene Sohn des Firmengründers, die Geschäfte weiter. Adolfs jüngerer Bruder Christoph junior kam später hinzu. Er hatte sich im In- und Ausland weitergebildet, bevor er in seine Heimatstadt zurückkehrte. Mit dem modernen Brauereineubau in der Neustadt im Osterfeld (heute Weststadt), im Jahr [[1897]] schaffte Beckh schließlich den Sprung zur industriellen Großbrauerei. |
||
=== Firmengründer Christoph Beckh === |
|||
| ⚫ | Das Wasser für das Gerstengebräu kam unterdessen schon lange nicht mehr aus der Enz. Anfangs war eine Leitung von der Innen- bis zur Vorstadt gelegt worden, dann aber wurde ein 120 Meter tiefer Brunnen gebohrt, der ein ausgezeichnetes Brauwasser lieferte. Später bohrte man einen zweiten, der in 170 Metern Tiefe auf eine Quelle stieß. |
||
| ⚫ | [[1855]] pachtete der aus [[Wilferdingen]] stammende Christoph Beckh |
||
=== Zweite Generation: Die Söhne Adolf und Christoph - Gebrüder Beckh === |
|||
| ⚫ | |||
| ⚫ | Das Wasser für das Gerstengebräu kam unterdessen schon lange nicht mehr aus der Enz. Anfangs war eine Leitung von der Innen- bis zur Vorstadt gelegt worden, dann aber wurde ein 120 Meter tiefer Brunnen gebohrt, der ein ausgezeichnetes Brauwasser lieferte. Später bohrte man einen zweiten, der in 170 |
||
[[1901]] wird Christoph Beckh noch als ''Technischer Leiter'' der Firma genannt. Die Söhne des Firmengründers, Adolf und Christoph, ließen 1904 das Brauhaus der Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim erbauen. |
[[1901]] wird Christoph Beckh noch als ''Technischer Leiter'' der Firma genannt. Die Söhne des Firmengründers, Adolf und Christoph, ließen 1904 das Brauhaus der Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim erbauen. |
||
<br> |
|||
[[Haus Beckh, Marktplatz 4, Pforzheim|'''siehe hier den Hauptartikel zum Gebäude Haus Beckh, Marktplatz 4''']] |
[[Haus Beckh, Marktplatz 4, Pforzheim|'''siehe hier den Hauptartikel zum Gebäude Haus Beckh, Marktplatz 4''']] |
||
| ⚫ | Die Enkel des Firmengründers, Dipl.-Braumeister Adolf Beckh und Dr. jur. Christoph Beckh, konsolidierten das durch Krieg und Inflation erschütterte Unternehmen, wandelten die bisher als oHG geführte Brauerei in eine Familien-AG um und bauten den Betrieb, zusammen mit ihren Vätern, zu einer der modernsten Brauerein Badens in den [[1930er]] Jahren weiter aus. Das Beckh-Bier war damals sprichwörtlich fast in aller Munde, so dass noch ein dritter Brunnen gebohrt werden musste. |
||
=== Dritte Generation: Die Enkel - Dipl.-Braumeister Adolf Beckh und Dr. jur. Christoph Beckh === |
|||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
Beim [[Luftangriff auf Pforzheim|Luftangriff]] am [[23. Februar]] [[1945]] entging die Brauerei Beckh größeren Zerstörungen, was den Neubeginn nach dem Krieg gegenüber der ansässigen Konkurrenz sicherlich erleichterte. In lokaler Verbundenheit wurden die Biere von Brauhaus und Ketterer in den Produktionsanlagen mitgebraut. |
Beim [[Luftangriff auf Pforzheim|Luftangriff]] am [[23. Februar]] [[1945]] entging die Brauerei Beckh größeren Zerstörungen, was den Neubeginn nach dem Krieg gegenüber der ansässigen Konkurrenz sicherlich erleichterte. In lokaler Verbundenheit wurden die Biere von Brauhaus und Ketterer in den Produktionsanlagen mitgebraut. |
||
Unter den Toten dieses Großangriffes befand sich auch Adolph Beckh. Dr. Christoph Beckh starb später in russischer Kriegsgefangenschaft. |
|||
| ⚫ | Unter den Toten dieses Großangriffes befand sich jedoch auch Adolph Beckh. Dr. Christoph Beckh starb später in russischer Kriegsgefangenschaft. Die Geschäftsleitung übernahm der Schwiegersohn von Christoph Beckh, Herr Dipl.-Ing. [[Walther Saacke]]. Trotz Malz- und Hopfenmangels konnte er den Brauereibetrieb aufrecht erhalten, obwohl es zunächst nur Dünnbier gab. |
||
| ⚫ | |||
| ⚫ | Anfang der [[1980er]] Jahre wurde Beckh von der [[Heilbronn]]er Brauerei Cluss (sie hatte inzwischen die Aktienmehrheit) übernommen. Als diese dann von Dinkelacker in Stuttgart übernommen wurde, nahte das Ende einer mehr als 100-jährigen Tradition. Am [[24. März]] [[Geschlossen::1983]] wurde der letzte Sud gebraut. Die Betriebsschließung ergab sich als Folge des Aktienverkaufs einiger Familienmitglieder in Amerika. |
||
=== Vierte Generation === |
|||
| ⚫ | |||
| ⚫ | Die Brauereigebäude zwischen Maximilianstraße und Westlicher Karl-Friedrich-Straße wurden [[1986]] abgerissen. Ursprünglich war der Neubau eines Möbel-Großmarktes vorgesehen. Dieses Unternehmen kam jedoch in eine finanzielle Schieflage, als die ehemalige Brauerei bereits zur Hälfte abgebrochen war. Der Abriss kam zum Erliegen und wurde später aus Sicherheitsgründen abgeschlossen. Das Gelände lag, wie ein riesiger Mondkrater, circa fünf Jahre lang brach, bis zu Beginn der [[1990er]]-Jahre das unmittelbar benachbarte [[Versandhaus Bader]] sowie das [[Walter-Geiger-Haus]] das Areal neu bebauten. |
||
| ⚫ | |||
| ⚫ | Anfang der [[1980er]] Jahre wurde Beckh von der |
||
| ⚫ | Die Brauereigebäude zwischen Maximilianstraße und Westlicher Karl-Friedrich-Straße wurden [[1986]] abgerissen. Ursprünglich war der Neubau eines Möbel-Großmarktes vorgesehen. Dieses Unternehmen kam jedoch in eine finanzielle Schieflage, als die ehemalige Brauerei bereits zur Hälfte abgebrochen war. Der Abriss kam zum Erliegen und wurde später aus Sicherheitsgründen abgeschlossen. Das Gelände lag, wie ein riesiger Mondkrater, circa fünf Jahre brach, bis zu Beginn der [[1990er]]-Jahre das unmittelbar benachbarte [[Versandhaus Bader]] sowie |
||
== Standort == |
== Standort == |
||
| Zeile 42: | Zeile 35: | ||
: [[Westliche Karl-Friedrich-Straße]] 184 |
: [[Westliche Karl-Friedrich-Straße]] 184 |
||
: 7530 Pforzheim |
: 7530 Pforzheim |
||
== Einzelnachweise == |
|||
<references /> |
|||
== Literatur == |
== Literatur == |
||
* Aloys Stolz: ''Geschichte der Stadt Pforzheim'', Pforzheim 1901 |
* [[Aloys Stolz]]: ''Geschichte der Stadt Pforzheim'', Pforzheim 1901 |
||
== Weblinks == |
== Weblinks == |
||
* [http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen1/firmadet18595.shtml Unternehmensgeschichte] |
* [http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen1/firmadet18595.shtml Unternehmensgeschichte] |
||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
[[Kategorie:Ehemaliges Unternehmen]] |
|||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
| ⚫ | |||
{{ka-wiki}} |
{{ka-wiki}} |
||
Aktuelle Version vom 18. Juni 2019, 17:04 Uhr

Die Brauerei Beckh war die größte und älteste Privatbrauerei Pforzheims. Das Brauereigelände befand sich in der Maximilianstraße in der Pforzheimer Weststadt.
Geschichte
1855 pachtete der aus Wilferdingen stammende Christoph Beckh (1828–1885) die Brauerei Ungerer (gegründet 1809) in der westlichen Vorstadt Pforzheims (heutige Westliche Karl-Friedrich-Straße 47). Um 1861 erwarb er ein Gebäude am Markt 4, das er zu seiner neuen Brauerei ausbaute. In Brötzingen errichtete er in den 1870er Jahren große Kellereien, die er bis 1885 um Eis- und Bierkeller erweiterte.
Als Christoph Beckh 1885 gestorben war, führte zuerst Adolf Beckh, der erstgeborene Sohn des Firmengründers, die Geschäfte weiter. Adolfs jüngerer Bruder Christoph junior kam später hinzu. Er hatte sich im In- und Ausland weitergebildet, bevor er in seine Heimatstadt zurückkehrte. Mit dem modernen Brauereineubau in der Neustadt im Osterfeld (heute Weststadt), im Jahr 1897 schaffte Beckh schließlich den Sprung zur industriellen Großbrauerei.
Das Wasser für das Gerstengebräu kam unterdessen schon lange nicht mehr aus der Enz. Anfangs war eine Leitung von der Innen- bis zur Vorstadt gelegt worden, dann aber wurde ein 120 Meter tiefer Brunnen gebohrt, der ein ausgezeichnetes Brauwasser lieferte. Später bohrte man einen zweiten, der in 170 Metern Tiefe auf eine Quelle stieß.
1901 wird Christoph Beckh noch als Technischer Leiter der Firma genannt. Die Söhne des Firmengründers, Adolf und Christoph, ließen 1904 das Brauhaus der Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim erbauen.
siehe hier den Hauptartikel zum Gebäude Haus Beckh, Marktplatz 4
Die Enkel des Firmengründers, Dipl.-Braumeister Adolf Beckh und Dr. jur. Christoph Beckh, konsolidierten das durch Krieg und Inflation erschütterte Unternehmen, wandelten die bisher als oHG geführte Brauerei in eine Familien-AG um und bauten den Betrieb, zusammen mit ihren Vätern, zu einer der modernsten Brauerein Badens in den 1930er Jahren weiter aus. Das Beckh-Bier war damals sprichwörtlich fast in aller Munde, so dass noch ein dritter Brunnen gebohrt werden musste.
Beim Luftangriff am 23. Februar 1945 entging die Brauerei Beckh größeren Zerstörungen, was den Neubeginn nach dem Krieg gegenüber der ansässigen Konkurrenz sicherlich erleichterte. In lokaler Verbundenheit wurden die Biere von Brauhaus und Ketterer in den Produktionsanlagen mitgebraut.
Unter den Toten dieses Großangriffes befand sich jedoch auch Adolph Beckh. Dr. Christoph Beckh starb später in russischer Kriegsgefangenschaft. Die Geschäftsleitung übernahm der Schwiegersohn von Christoph Beckh, Herr Dipl.-Ing. Walther Saacke. Trotz Malz- und Hopfenmangels konnte er den Brauereibetrieb aufrecht erhalten, obwohl es zunächst nur Dünnbier gab.
Die Umwandlung der Brauerei in eine GmbH im Jahr 1972 - sollte man den entsprechenden Quellen Glauben schenken - käme einer rechtlichen Rückführung der Aktiengesellschaft in eine Privatbrauerei gleich.
Anfang der 1980er Jahre wurde Beckh von der Heilbronner Brauerei Cluss (sie hatte inzwischen die Aktienmehrheit) übernommen. Als diese dann von Dinkelacker in Stuttgart übernommen wurde, nahte das Ende einer mehr als 100-jährigen Tradition. Am 24. März 1983 wurde der letzte Sud gebraut. Die Betriebsschließung ergab sich als Folge des Aktienverkaufs einiger Familienmitglieder in Amerika.
Die Brauereigebäude zwischen Maximilianstraße und Westlicher Karl-Friedrich-Straße wurden 1986 abgerissen. Ursprünglich war der Neubau eines Möbel-Großmarktes vorgesehen. Dieses Unternehmen kam jedoch in eine finanzielle Schieflage, als die ehemalige Brauerei bereits zur Hälfte abgebrochen war. Der Abriss kam zum Erliegen und wurde später aus Sicherheitsgründen abgeschlossen. Das Gelände lag, wie ein riesiger Mondkrater, circa fünf Jahre lang brach, bis zu Beginn der 1990er-Jahre das unmittelbar benachbarte Versandhaus Bader sowie das Walter-Geiger-Haus das Areal neu bebauten.
Standort
- Letzte Adresse (1983)
- Brauerei Beckh GmbH
- Westliche Karl-Friedrich-Straße 184
- 7530 Pforzheim
Literatur
- Aloys Stolz: Geschichte der Stadt Pforzheim, Pforzheim 1901
Weblinks
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Brauerei Beckh aus dem Stadtwiki Karlsruhe. Die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste. Wie im Stadtwiki Pforzheim-Enz stehen alle Texte des Stadtwikis Karlsruhe unter der CC-Lizenz BY-NC-SA.
