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Guckenhausen: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Name setzt sich aus einem Personennamen und dem Suffix -hausen zusammen. Gemäß der (möglichen) Erwähnung dürfte es sich um den Personennamen Gumbold/Gundobald handeln (ahd. ''gund'' = "Kampf" und ''bald'' = "kühn").<ref>Lutz Reichardt (1982): Ortsnamenbuch des Stadtkreises Stuttgart und des Landkreises Ludwigsburg, S.62</ref> Ähnliche Ortsnamen wie zum Beispiel ''Guggenhausen'' bei Ravensburg oder die Wüstungen ''Guckenhausen'' auf der Gemarkung Buborn in der Pfalz und ''Guckenhäuser'' bei Unterriexingen werden meist auf den Personennamen *Gucko oder *Kucko zurückgeführt.<ref>vgl. Dolch/Greule: Historisches Siedlungsnamensbuch der Pfalz. 1991. S. 178</ref> |
Der Name setzt sich aus einem Personennamen und dem Suffix -hausen zusammen. Gemäß der (möglichen) Erwähnung dürfte es sich um den Personennamen Gumbold/Gundobald handeln (ahd. ''gund'' = "Kampf" und ''bald'' = "kühn").<ref>Lutz Reichardt (1982): Ortsnamenbuch des Stadtkreises Stuttgart und des Landkreises Ludwigsburg, S.62</ref> Ähnliche Ortsnamen wie zum Beispiel ''Guggenhausen'' bei Ravensburg oder die Wüstungen ''Guckenhausen'' auf der Gemarkung Buborn in der Pfalz und ''Guckenhäuser'' bei Unterriexingen werden meist auf den Personennamen *Gucko oder *Kucko zurückgeführt.<ref>vgl. Dolch/Greule: Historisches Siedlungsnamensbuch der Pfalz. 1991. S. 178</ref> |
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==Lage== |
==Lage und Flurnamen== |
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Etwa 1 km westlich von Horrheim liegt die Flur ''altes und junges Guckenhausen''. Südöstlich in der Nähe wurden im Jahr [[1844]] Reihengräberfunde gemacht.<ref>Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Vaihingen. Stuttgart 1856. S. 179/180</ref> |
Etwa 1 km westlich von Horrheim an der Gemarkungsgrenze zu [[Ensingen]] und am Fuße des [[Eselsberg]] liegt die Flur ''altes und junges Guckenhausen''. Südöstlich in der Nähe wurden im Jahr [[1844]] Reihengräberfunde gemacht.<ref>Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Vaihingen. Stuttgart 1856. S. 179/180</ref> Weiter nördlich befindet sich die Flur "Guckenhauser Klammel". [[1523]] heißt es in den österreichischen Lagerbüchern über Horrheim "zu Gugenhausen". [[1598]] wird in einer Urkunde genannt, dass 9 Morgen Wald in Guckenhausen gerodet wurden "zwischen des Heiligen alten Guckenhausen Weingart und dem gemeinen Weg in den Wald". Diese neuen Äcker hießen dan "im kleinen Guckenhausen". Im Jahr [[1718]] ist ein "Guckenhäule Pfad" bezeugt. |
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Die nahegelegenen Flure "Ditzinger Busch" und "Schinderwasen" waren einst zwischen Ensingen und Horrheim aufgeteilt, was mit der Wüstung zutun haben könnte. |
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==Gumboldeshusen== |
==Gumboldeshusen== |
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Viele Historiker gehen davon aus, dass es sich bei Guckenhausen um das [[891]] im [[Lorscher Codex]] genannte ''Gumboldeshusen'' handelt. In dieser Urkunde erhält das Kloster Besitz aus diesem Ort und zudem aus Mulnhusa ([[Mühlhausen |
Viele Historiker gehen davon aus, dass es sich bei Guckenhausen um das [[891]] im [[Lorscher Codex]] genannte ''Gumboldeshusen'' handelt. In dieser Urkunde erhält das Kloster Besitz aus diesem Ort und zudem aus Mulnhusa ([[Mühlhausen am Brühl]]), Hardardesheim ([[Hadandesheim]]), Sarawasheim (Sersheim) sowie Lenginveld ([[Leinfelder Hof]]). |
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Bezüglich der Ungleichheit zwischen "Gucken-" und "Gumboldes-" argumentiert der Historiker Gustav Bossert, dass der Ort bei den Einwohnern "abgekürzt etwa Gubbenhausen [hieß] (cf. Gubo, Koseform von Gumbold) [und] im Volksmund zu Guckenhausen geworden" sei.<ref>Dietrich Schäfer (Hrsg.): Württembergische Geschichtsquellen, Bd.2. Stuttgart 1895. S.85</ref> |
Bezüglich der Ungleichheit zwischen "Gucken-" und "Gumboldes-" argumentiert der Historiker Gustav Bossert, dass der Ort bei den Einwohnern "abgekürzt etwa Gubbenhausen [hieß] (cf. Gubo, Koseform von Gumbold) [und] im Volksmund zu Guckenhausen geworden" sei.<ref>Dietrich Schäfer (Hrsg.): Württembergische Geschichtsquellen, Bd.2. Stuttgart 1895. S.85</ref> |
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Der Heimatforscher Friedrich Wissmann vermutet, dass Guckenhausen wie [[Steinbachhof|Steinbach]] im 7. Jahrhundert von aus Horrheim angelegt wurde entstand auf Rodungsland.<ref>Friedrich Wissmann (1972): 1200 Jahre Horrheim, S. 80</ref> Wahrscheinlich gehörte der Ort zur Herrschaft Eselsburg, ist aber vielleicht schon vor der Erbauung der Eselsburg um [[1175]] abgegangen.<ref>Wissmann (1972): S.76</ref> Als geringer wahrscheinlichere Alternative sieht Wissmann, dass die Bewohner mit der Stadtgründung Horrheims (Erstbeleg [[1306]]) umgesiedelt wurden. |
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Die Markung wurde nach Horrheim eingemarkt.<ref>Wissmann (1972): S.46</ref> |
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Aktuelle Version vom 20. November 2018, 01:32 Uhr
Guckenhausen ist eine Wüstung auf der Gemarkung Horrheim.
Etymologie
Der Name setzt sich aus einem Personennamen und dem Suffix -hausen zusammen. Gemäß der (möglichen) Erwähnung dürfte es sich um den Personennamen Gumbold/Gundobald handeln (ahd. gund = "Kampf" und bald = "kühn").[1] Ähnliche Ortsnamen wie zum Beispiel Guggenhausen bei Ravensburg oder die Wüstungen Guckenhausen auf der Gemarkung Buborn in der Pfalz und Guckenhäuser bei Unterriexingen werden meist auf den Personennamen *Gucko oder *Kucko zurückgeführt.[2]
Lage und Flurnamen
Etwa 1 km westlich von Horrheim an der Gemarkungsgrenze zu Ensingen und am Fuße des Eselsberg liegt die Flur altes und junges Guckenhausen. Südöstlich in der Nähe wurden im Jahr 1844 Reihengräberfunde gemacht.[3] Weiter nördlich befindet sich die Flur "Guckenhauser Klammel". 1523 heißt es in den österreichischen Lagerbüchern über Horrheim "zu Gugenhausen". 1598 wird in einer Urkunde genannt, dass 9 Morgen Wald in Guckenhausen gerodet wurden "zwischen des Heiligen alten Guckenhausen Weingart und dem gemeinen Weg in den Wald". Diese neuen Äcker hießen dan "im kleinen Guckenhausen". Im Jahr 1718 ist ein "Guckenhäule Pfad" bezeugt.
Die nahegelegenen Flure "Ditzinger Busch" und "Schinderwasen" waren einst zwischen Ensingen und Horrheim aufgeteilt, was mit der Wüstung zutun haben könnte.
Gumboldeshusen
Viele Historiker gehen davon aus, dass es sich bei Guckenhausen um das 891 im Lorscher Codex genannte Gumboldeshusen handelt. In dieser Urkunde erhält das Kloster Besitz aus diesem Ort und zudem aus Mulnhusa (Mühlhausen am Brühl), Hardardesheim (Hadandesheim), Sarawasheim (Sersheim) sowie Lenginveld (Leinfelder Hof). Bezüglich der Ungleichheit zwischen "Gucken-" und "Gumboldes-" argumentiert der Historiker Gustav Bossert, dass der Ort bei den Einwohnern "abgekürzt etwa Gubbenhausen [hieß] (cf. Gubo, Koseform von Gumbold) [und] im Volksmund zu Guckenhausen geworden" sei.[4]
Geschichte
Der Heimatforscher Friedrich Wissmann vermutet, dass Guckenhausen wie Steinbach im 7. Jahrhundert von aus Horrheim angelegt wurde entstand auf Rodungsland.[5] Wahrscheinlich gehörte der Ort zur Herrschaft Eselsburg, ist aber vielleicht schon vor der Erbauung der Eselsburg um 1175 abgegangen.[6] Als geringer wahrscheinlichere Alternative sieht Wissmann, dass die Bewohner mit der Stadtgründung Horrheims (Erstbeleg 1306) umgesiedelt wurden.
Die Markung wurde nach Horrheim eingemarkt.[7]
Einzelnachweise
- ↑ Lutz Reichardt (1982): Ortsnamenbuch des Stadtkreises Stuttgart und des Landkreises Ludwigsburg, S.62
- ↑ vgl. Dolch/Greule: Historisches Siedlungsnamensbuch der Pfalz. 1991. S. 178
- ↑ Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Vaihingen. Stuttgart 1856. S. 179/180
- ↑ Dietrich Schäfer (Hrsg.): Württembergische Geschichtsquellen, Bd.2. Stuttgart 1895. S.85
- ↑ Friedrich Wissmann (1972): 1200 Jahre Horrheim, S. 80
- ↑ Wissmann (1972): S.76
- ↑ Wissmann (1972): S.46