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	<title>PFENZ - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-05-13T19:03:07Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.pfenz.de/mediawiki/index.php?title=Bundeswehrdepot&amp;diff=38366</id>
		<title>Bundeswehrdepot</title>
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		<updated>2008-04-15T18:51:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;78.49.66.99: /* &amp;quot;Restrisiko&amp;quot; */ denglish&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das &#039;&#039;&#039;Bundeswehrdepot&#039;&#039;&#039; liegt am Rand des Waldgebiets [[Erzkopf]] beim [[Jettenbrunnen]] nördlich der Verbindungsstraße zwischen [[Huchenfeld]] und [[Würm (Pforzheim)|Würm]]. Es besteht seit [[1972]]. Es wurde 1970 öffentlich bei einem  &#039;&#039;Bürgerfrühschoppen&#039;&#039; als reines Gerätedepot vorgestellt. Es sollten dort Ausrüstungsgegenstände, Kraftfahrzeuge, Ersatzteile und Pioniergerät gelagert werden. Eine Verwendung als Treibstoff- oder Munitionsdepot war angeblich nicht vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lagerung von Chemikalien ==&lt;br /&gt;
Im April [[1991]] kommt an die Öffentlichkeit, dass zwischenzeitlich die [[Bundeswehr]] zwei der Hallen hat umrüsten lassen, dort schon 700 Tonnen Perchloräthylen gelagert sind und die Einlagerung von weiteren 1400 Tonnen Calciumhypochlorit bevorsteht. Die Chemikalien seien Dekontaminierungs-, also Reinigungsmittel, um nach einem Angriff mit Chemiewaffen Panzer und militärisches Gerät zu säubern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Protest gegen das Chemie-Lager ==  &lt;br /&gt;
Am [[25. Juni]] [[1991]] gründet sich die &amp;quot;[[Bürger-Initiative gegen Chemie-Einlagerung|Bürger-Initiative gegen Chemie-Einlagerung im Militär-Depot Pforzheim e.V.]]&amp;quot;, die den Protest gegen das Chemie-Lager mit einer Bürgerversammlung in der [[Stadthalle]], Informationsflugblättern und Unterschriftslisten sowie einem ökumenischen Familiengottesdienst zum Thema &amp;quot;Bewahrung der Schöpfung&amp;quot; organisiert. Aufgrund der Beschlüsse der Ortschaftsräte von [[Hohenwart]], Huchenfeld und [[Würm (Pforzheim)|Würm]] sowie aufgrund des einstimmigen Beschlusses des [[Gemeinderat Pforzheim|Gemeinderats]] der Stadt Pforzheim erklärt die Bundeswehr den Verzicht auf die geplante Einlagerung der 1400 Tonnen Calciumhypochlorit – ein in der Geschichte der sozialen Bewegungen ziemlich einmaliger Vorgang, dass Bürgerinitiative und Stadt an einem Strang ziehen, bis zum obersten Gericht in Berlin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gerichte und Abgeordnete ===&lt;br /&gt;
In mehreren, sich über sieben Jahre hinziehenden Auseinandersetzungen gelingt es dem [[Rechtsamt]] der [[Stadt Pforzheim]] vor Gerichten bis zum Bundesverwaltungsgericht in Berlin nicht, die schon eingelagerten 700 Tonnen Perchloräthylen umweltgerecht beseitigen zu lassen. &lt;br /&gt;
Zwar unterstützen alle im [[Wahlkreis Pforzheim/Enzkreis]] gewählten [[Mitglied des Deutschen Bundestages|Mitglieder des Bundestags]], unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, das Anliegen der Bürger-Initiative und der Stadt Pforzheim. Die Abgeordneten bleiben, ganz gleich, welche Koalition in Bonn bzw. Berlin regiert, gegen das Beharrungsvermögen der Bundeswehr ohne Einflussmöglicheit.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== &amp;quot;Restrisiko&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
Die Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshof Mannheim und des Bundesverwaltungsgerichts Berlin stufen es als für die &amp;quot;Wohn- und Arbeitsbevölkerung&amp;quot; zumutbar ein, mit einem &amp;quot;Restrisiko&amp;quot; zu leben. Dieses &amp;quot;Restrisiko&amp;quot; ergibt sich aus den Eigenschaften der Chemikalien Perchloräthylen laut Fachliteratur und Feuerwehrhandbüchern:&lt;br /&gt;
* Perchloräthylen verseucht das Grundwasser (Wassergefährdungsklasse 3), das heißt der naheliegende Jettenbrunnen und der östlich im Würmtal gelegene [[Glasbrunnen]] sind gefährdet;&lt;br /&gt;
* bei Erhitzung können die Dämpfe Hornhautschäden bis zur Erblindung hervorrufen;&lt;br /&gt;
* es besteht die Gefahr von Leber- und Nierenschäden;&lt;br /&gt;
* bei Erwärmung über 150° Celsius entsteht Phosgengas, ein Giftgas, das im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] als Kampfstoff eingesetzt wurde: 3,2 Gramm Phosgengas pro Kubikmeter Luft töten 50 % der Menschen, die es eine Minute einatmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Argumente gegen die Chemielagerung werden von der Bürger-Initiative angeführt:&lt;br /&gt;
* ungefährliche Ersatzstoffe sind bekannt, sie wurden jedoch nicht erforscht und angewandt&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pforzheimer Zeitung]] vom 26. und 27. September 1991, [[Pforzheimer Kurier]] vom 6. Juli 1994&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Standortalternativen wurden nicht erwogen oder öffentlich diskutiert;&lt;br /&gt;
* die chemische Industrie ist in der Lage, die Chemikalie – wenn sie denn benötigt würde – in Wochenfrist herzustellen&amp;lt;ref&amp;gt;MdB Erler am 2. Juni 1995 an Verteidigungsminister Rühe&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* die Bundeswehr spricht im &amp;quot;Schlimmstfall-Szenario&amp;quot;-Denken von einer Vorwarnzeit von einem Jahr, also ist die gefährliche und teure Vorratshaltung nicht notwendig &amp;lt;ref&amp;gt;Bundeswehr im Pforzheimer Kurier vom 6. Juli 1994&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger-Initiative hat sich [[2007]] wegen Erfolglosigkeit aufgelöst, an der Gefahrenlage hat sich jedoch nichts geändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Pforzheimer Zeitung]] vom 4. März 1970&lt;br /&gt;
* [[Pforzheimer Kurier]] vom 27. Juni 1991&lt;br /&gt;
* Pforzheimer Kurier vom 23. Mai 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militär]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Huchenfeld]]&lt;/div&gt;</summary>
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