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Stadtkirche (Pforzheim)

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Disambig-50px.png Dieser Artikel behandelt die Evangelische Stadtkirche in Pforzheim. Zur Evangelischen Stadtkirche in Calw siehe Evangelische Stadtkirche Peter und Paul.

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Stadtkirche

Die Stadtkirche ist eine evangelische Kirche in Pforzheim. Die evangelische Stadtkirche ist nach vorangegangenem bundesweitem Wettbewerb (1960) nach Plänen des zweiten Preisträgers, des Kirchenarchitekten Otto Vogel (Trier) in den Jahren 1964-66 erbaut worden.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Umgebung

Das Gebäude befindet sich am Lindenplatz zwischen Nagold und Enz, an der Stelle der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten Alten Stadtkirche (1899-1962).

Geschichte

Die ersten Wurzeln der Stadtkirche liegen in der 1279 dem Hl. Stephan geweihte Kirche des Dominikanerklosters. Diese wurde, als 1556 der Markgraf von Baden die Reformation anordnete, die erste evangelische Kirche Pforzheims. 1789 fiel sie einem Großbrand zum Opfer. Nach langer Planung wurde mit einem Neubau am Lindenplatz (Flussmündung Nagold / Enz) begonnen, der 1899 eingeweiht werden konnte.

Am 1. Juli 1935 sprach in der Stadtkirche Pfarrer Martin Niemöller, der von den Nationalsozialisten wegen seiner Predigten gegen Antisemitismus und Aufrüstung bereits 1934 unter Redeverbot gestellt worden war. Nach dem Krieg sollte Pastor Niemöller noch einmal in Pforzheim predigen, nämlich 1946 in der Christuskirche.

Die Kirche wurde trotz ihrer nicht vollständigen Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs nicht wieder aufgebaut. Zwischen 1965 und 1968 wurde an gleicher Stelle die heutige Stadtkirche erbaut. Teile der alten Grundmauern sind um die Stadtkirche bis heute erhalten. Zum Gedenken an die Zerstörung hat die Kirche 2005 ein Nagelkreuz von Coventry erhalten.

Architektur

Der stadtbildprägende Kirchenbau präsentiert sich als monumentaler Kubus mit flach geneigtem Zeltdach, auf der Südseite mit ausbuchtender Apsis. Die Stadtkirche bietet circa 1.600 Menschen Platz.

Die Zusammenstellung geometrischer Grundformen verleiht der Architektur Klarheit und Strenge, gesteigert durch die massive Verkleidung der geschlossenen Wandflächen mit gelbem und rotem Sandstein sowie den gliedernden Waschbetonbändern.

„Werktagskirche“ [1]

Die „Werktagskirche“ befindet sich unter der Konzertempore. Es ist ein abgetrennter Kirchenraum mit eigenem Altar, der durch Säulen aus poliertem Beton wie eine Basilika gegliedert ist. Er dient auch als Gemeindesaal und hat einen eigenen Eingang.[1]

„Rastkapelle“ [2]

Die „Rastkapelle“ befindet sich im Turmeingang, der gegenüber vom Hauptportal gelegen ist.[2]

„Atrium“ [3]

Das „Atrium“ befindet sich östlich der Kirche. [2]

Sakristei [4]

An der Ostseite ist ein niedriger Sakristeianbau angefügt.

Turm [4]

Der Turm der Stadtkirche misst 82 m und ist somit der höchste Turm Pforzheims.

Ausstattung

Ausstattung der Werktagskirche[1]

Die Glasfenster in der „Werktagskirche“ wurden nach einem Entwurf von Hans Gottfried von Stockhausen, 1968 geschaffen.[1] Sie hinterfangen nach Art eines Triptychons den Altar mit den Themen :

In der „Werktagskirche“ ist frei im Raum aufgestellt der neogotische Taufstein von 1899 aus der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten Alten Stadtkirche (1899-1962).

Ausstattung der „Rastkapelle“ [2]

In der „Rastkapelle“ befindet sich ein Christuskopf von dem Pforzheimer Bildhauer Willi Seidel, als Relief aus gelbem Schilfsandstein.[2]

Ausstattung des „Atrium“ [3]

Im „Atrium “befindet sich ein neogotisches Tympanon aus gelbem Schilfsandstein mit einem Relief des lehrenden Christus. Es handelt sich dabei um eine Spolie vom Hauptportal der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten Alten Stadtkirche (1899-1962). Am unteren Rand steht: „Gestiftet v. Frau Christina Fiesler Pforzheim“. Dieses Tympanon wurde um 1898 von Fidel Binz, Karlsruhe nach einem Modell des Bildhauers W. P. Behrmann, Altona ausgeführt. [3]

Ausstattung der Sakristei [4]

In dem ostseitig befindlichen Sakristeianbau befindet sich ein Kruzifix, der von der benachbarten katholischen Herz-Jesu-Gemeinde zur Einweihung gestiftet wurde.

Arbeiten von Ulrich Henn

Am Hauptportal befinden sich zwei bronzene Türflügel des Bildhauers Ulrich Henn (Leudersdorf/Eifel): Motiv ist die biblische Urgeschichte vom Untergang der Städte Sodom und Gomorra, 1. Mose 18-19. Menschen flüchten aus der brennenden Stadt. Der Türgriff zeigt die Figur mit Lots Weib als eine im Schock erstarrte Frau. Henn schuf auch die Bronzetüren, Kruzifix und Kanzel in der Pforzheimer Stadtkirche. Das Altarkreuz von Ulrich Henn zeigt den auferstandenen Jesus, der elf Jüngern erscheint, die sich um ihn drängen. Henn schuf auf die bronzene Kanzel. Es handelt sich hierbei um eine moderne Vision vom „brennenden Dornbusch“ (2. Moses 3). [5][6]

Arbeiten von Willi Seidel

Die sieben Leuchter im Altarraum sollen an die sieben urchristlichen Gemeinden Asiens (Off. Joh. 1) erinnern. Der Entwurf stammt von Willi Seidel. Seidel schuf auch den Taufstein. Dieser befindet sich inmmitten eines nach frühchristlichen Vorbildern in den Boden eingelassenen „Taufbassins“. Die „Taufecke“ befindet sich links von der Apris mit dem Altarbereich im Hauptraum. [5] Seidel schuf Altar, Leuchter, Taufstein und das Christusrelief in der Stadtkirche, 1968[7]

Arbeiten von Wolfgang Kappis

Die Fenster der Hauptkirche wurden von Wolfgang Kappis entworfen. Die farbigen Betonglas-Bilderwände sind aus 111 Einzelfenstern zusammengesetzt. Diese schmücken die Nord-, West- und Ostwand sowie die Fensterwand über der Konzertempore . Der Entwurf stammt von Wolfgang Kappis. Thematisches Grundmotiv sind die vier Elemente aus den biblischen Schöpfungsberichten: Wasser, Feuer, Erde und Luft. In diesen Kontext sind Christusmonogramme sowie Symbole für Paradies, Taufe, Pfingsten und Apokalypse eingewoben.[5] Für die Fertigung der Betonglasfenster (1967-68) mietete Kappis in Südspanien eine leerstehende Zuckerfabrik an. [8]

Musikinstrumente

Der Kirchenraum hat eine hervorragende Akustik. Die ungewöhnliche Doppelorientierung auf Altar und Konzertempore dokumentiert die Bedeutung als überregionales Zentrum der Kirchenmusik. Von 1968 bis 2001 war hier der bekannte Kirchenmusiker und Komponist Rolf Schweizer tätig.

Konzertempore mit Wandorgel

Es gibt eine Wandorgel von G.F.Steinmeyer aus Oettingen, 1968 mir vier Manualwerken und Pedalwerk. Diese befindet sich im Westen des Kirchenraums, wo sich eine geräumige Konzertempore mit Orgelprospekt eröffnet. Die Konzertempore ist durch Pfeiler optisch aus dem Hauptraum ausgeschieden.[9]

Glocken

Das Turmgeläut ist sechsstimmig und wurde von den Pforzheimer Bürgern gestiftet. Alle Glocken tragen Inschriften mit Christusworten aus dem Johannes-Evangelium. Das Großgeläut wurde 1964/65 in der Glockengießerei Gebr. Bachert aus Karlsruhe angefertigt:

Adresse Pfarramt

Evangelische Stadtkirchengemeinde
Melanchthonstraße 1
75173 Pforzheim
Telefon: (0 72 31) 2 37 28
Telefax: (0 72 31) 29 90 52

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 386.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.
  3. 3,0 3,1 3,2 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.
  4. 4,0 4,1 4,2 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.
  5. 5,0 5,1 5,2 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384-385.
  6. Henn, Ulrich . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler, hier S. 355.
  7. Seidel, Willi . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler, hier S. 371.
  8. Kappis, Wolfgang . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler, hier S. 357.
  9. Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384, 386.
  10. Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 386.

Literatur

Der Pfenz-Tourbus

WikiTour Goldstadtuferweg
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