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Schwabhausen

Von Stadtwiki

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Schwabhausen ist eine Flur auf der Gemarkung Dennach.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Flur besteht aus zwei Flurstücken und macht mit einer Fläche von 4.253.845 m² ungefähr ein Drittel der gesamten Dennacher Gemarkung aus. Sie liegt südlich von Dennach und östlich von Dobel.

Wüstung

Der Name könnte auf eine abgegangene Wüstung hinweisen. Auch Eduard Paulus nimmt darauf in seiner Oberamtsbeschreibung von Neuenbürg Bezug. [1]

Indizien

Erstmals wird die Flur im Schwanner Lagerbuch von 1528 erwähnt: "Item ain Stuckh wald zu Schwabhusen stost ain seitt an Salmießgrundt Annderseitt an Hornthan".[2] Das Wort "zu" wird häufig bei abgegangenen Ortschaften verwendet. Mit den umliegenden Fluren "Kienhart", "an der Yach", "Mißellswald" und "in Thobler Mark" zählte es damals zur Schwanner Gemarkung und bildete eine Exklave.[3] Der Tröstbach (1528: "Dryspach") gehörte noch zu Dennach und könnte die nördliche Grenze gewesen sein. Diese Besonderheit könnte als Indiz für einen Abgang einer Ortschaft betrachtet werden. [4]

Des Weiteren wird Schwabhausen auch auf einer Forstkarte aus dem Jahr 1597 erwähnt.

Auffällig ist außerdem die Lage, die relativ nah am Ortskern von Dobel und unweit von Höfen an der Enz liegt. Die Dennacher Gemarkung wirkt daher ungewöhnlich geformt.

Kritik

Kritiker sehen die tendenziell siedlungsfeindliche Lage als Hauptargument gegen die Existenz einer Siedlung in dem Areal Schwabhausen-Horntann.[5]

Geschichte von Schwabhausen

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Lage Schwabhausens mit heutigen Gemarkungsgrenzen

Da keine schriftlichen Zeugnisse zu einer Siedlung "Schwabenhausen" existieren, kann über eine mögliche Siedlungsgeschichte des Ortes nur Schlussfolgerungen und Szenarien gemacht werden.

Da alle Dörfer westlich der Enz pfarrlich im Mittelalter zu Gräfenhausen gehörten, hätte dies wohl auch für Schwabhausen zu getroffen. Die umliegenden Dörfer Dobel und Dennach gehörten ursprünglich zur Herrschaft Straubenhardt, weshalb dies auch für diese Ortschaft eventuell gelten könnte. Die einfachste Geschichtsverlaufsrekonstruktion wäre daher, dass Schwabhausen wie die Orte Dennach oder eine potentielle Wüstung auf dem Heuberg ein Waldhufendorf war, welches in einer "Kolonisationsoffensive" von den Herren von Straubenhardt angelegt wurde und schließlich aufgrund der schlechten landwirtschaftlichen Gegebenheiten aufgegeben werden musste.[6] Denkbar wäre aber auch, dass die Siedlung während der Pestepidemie um 1350 abgegangen ist und da die Orte Dennach, Schwann und Höfen erst nach dieser Zeit zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, wäre es nicht unrealistisch, dass der Ort nie schriftlich bezeugt wurde.

Eine andere Theorie baut auf den Namen auf. Die östlichen Gemeinden von Dennach Neuenbürg und Höfen kamen um 1320 an Württemberg, wohingegen in Dennach erst 1414 württembergischer Besitz hatte. Ab 1528 besaßen die "Schwaben" dann ungefähr die Hälfte der Ortsherrschaft in den Straubenhardter Ortschaften. Der sogenannte Schwabensteig (heute Schwabenstich genannt) ist seit 1528 belegt und verlief von Dennach aus nach Osten ins Enztal und damit in die neuenbürger Gemarkung (siehe auch Schwabentor). Es war sogesehen der "Weg ins Schwabenland". Ähnlich könnte es mit Schwabhausen gewesen sein, welches die "Häuser bei den Schwaben" gewesen wäre oder ein von den Württembergern gegründeter Ort. Die Gründung wäre demnach Anfang/Mitte des 14. Jahrhunderts gewesen. Die Siedlung wäre wahrscheinlich nur kurzlebig gewesen, da der Ort nicht zum "Ampt Schwann" (existierte ab 1414 und war gemeinsam von Baden, Württemberg und den Herren von Straubenhardt verwaltet worden) aufgezählt wird.

Einzelnachweise

  1. Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Neuenbürg. Stuttgart 1860. S. 183
  2. Hans Geiler (1998): Thennach ... ein Dorf keine Insel, S. 28
  3. vgl. Paul Schwarz (1958): Altwürttembergische Lagerbücher aus der österreichischen Zeit 1520-1534, S.341 f.
  4. Ebenso befanden sich damals die nordöstlich von Dennach befindlichen Flächen um den "Hag" bis "Schwabstyg" und "Eßellspach" auf Schwanner Gemarkung
  5. Schwabhausen auf leo-bw.de
  6. Vgl. Geiler S. 28
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