Schloss Königsbach

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Skizze Schloss Königsbach
Schloss Königsbach
Schloss Königsbach
Schloss Königsbach
Schloss Königsbach

Das Schloss Königsbach ist das Schloss im Ortsteil Königsbach der Gemeinde Königsbach-Stein im Enzkreis.

Vorgeschichte

Bei Singen vereinigt sich das Tal des Kämpfelbaches, das früher Remchinger Tal geheißen hat, mit der Pfinz. Bei dem alten Dorfe Königsbach biegt es in die gleiche Richtung um wie das obere Pfinztal. Über der Biegung erhebt sich auf der Südseite des Tales ziemlich steil die Höhe, die Heustatt, von Osten und Norden treten an das Dorf die steilabfallenden Hänge flacher Rücken heran. Auf dem einen ragt eindrucksvoll die Kirche mit Turm und Giebel auf, den anderen krönte einst eine Burg, von der uns noch geringe Mauerreste erhalten sind. Deutlich trennt heute noch ein tiefer Halsgraben die Burgstelle von dem langen Rücken des Steinhausbergs. Im Westen zog offenbar der Burgweg herauf. Auf der Stelle, die einst den Berchfrit getragen haben könnte, steht heute ein Wasserbehälter mit wenig erfreulicher „Architektur“. Hier oben war zweifellos der Sitz der „von Königsbach“, die um 1500 ausstarben. Der Besitz kam nach einigem Wechsel bald darauf in die Hände des anderen Adelsgeschlechts, das in Königsbach burgsässig war, der von Venningen-Königsbach.

Diese besaßen die Wasserburg unten in den Wiesen, „im Remchinger Tal, unter dem Berg Heustet genannt“ und außer stattlichem Eigenbesitz An Feld und Weinbergen 5/12 an der Vogtei, dem Niedergericht zu Königsbach samt zugehörigen Wiesen und Wäldern. Nun erwarben sie auch noch das Sechstel der Vogtei, das die „von Königsbach“ zu Lehen gehabt hatten, so dass sie 7/12 der Vogtei in ihrer Hand vereinigten. Die übrigen 5/12 gehörtem dem Markgrafen von Baden. Der Venningische Anteil an der Vogtei war Lehen der Markgrafen von Brandenburg, im besondern von deren Ansbacher Linie.

Die Burg auf dem Steinhausberg, die schon im 15. Jahrhundert als ziemlich armseliger Wohnsitz bezeichnet wird, blieb verlassen und zerfiel allmählich. Eine Zerstörung im Bauernkrieg ist nirgends überliefert und das Schloß im Tal nicht etwa erst nach solcher Zerstörung entstanden.

Dieses untere Schloß lässt sich bis ins 14. Jahrhundert hinein nachweisen. 1375 kauft Heinrich von Niefern, genannt Wolgemut, von der Witwe eines Sigmund von Balshofen „zu freiem eigen, als unvogtbares und unverkümmerts gut“ ein Burstadel in den Wiesen im Tal bei Königsbach. Im Jahre 1399 wird Heinrich Wolgemut von Niefern, der Jüngere, mit einem Drittel der Vogtei Königsbach belehnt, die auch schon sein Vater besessen hatte. Er baute in der Nähe des Balshoferischen Burgstadels ein neues Schloß, das er mit zwei Gräben umgab. Mit dem Aushub der Gräben ließ er diejenigen des alten Burgstadels auffüllen und dessen ganzen Platz zu einer Wiese einebnen. Nach Angaben der Lehensbriefe und nach Zeugenaussagen in einem Lehensstreit im Jahre 1465 bestand das Schloß aus einem Wohnbau, einem Vorhof davor mit Kornhaus und einem Garten. Wassergräben umgaben Schloß und Vorhof. Im ganzen wird es also der heutigen Anlage entsprochen haben.

Heinrich Wolgemut, der Jüngere, starb ohne männlichen Erben. Durch Vermählung seiner Tochter Christine mit Seyfried von Venningen kam das Schloß und der zugehörige Anteil an der Vogtei an die Herren von Venningen und aus deren Besitz erwarb die Herrschaft Königsbach im Jahre 1650 der Oberst Daniel Rollin von Saint-Andrè. Bis auf den heutigen Tag ist Schloß und Herrschaft bei den Freiherren von Saint-Andrè verblieben. Das Kondominat mit Baden endete 1803.

Quelle

Burgen und Schlösser im Enz- und Pfinzgau 1926, von Hans Detlev Rösiger, Karlsruhe

Weblinks

Geschichte des Schlosses auf der Webpräsenz der Gemeinde Königsbach-Stein

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