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Riesch

Von Stadtwiki

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Riesch (auch Riesche) ist eine Wüstung zwischen Eutingen und Niefern.

ehemaliges Dorf Riesch

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Siedlung wird im 13. und 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt und dürfte schon im 14. Jahrhundert aufgegeben worden sein.[1] Bei der Ersterwähnung im Jahre 1279 kauften die Brüder Einhart und Günther Imhof aus Pforzheim die Dörfer Eutingen und Riesch von den Herren von Roßwag. 1351 ist ein Vertrag über den Verkauf von Gütern in Eutingen und Riesch belegt, die vom Kloster Frauenalb an zwei Brettener Bürger übergingen. Möglicherweise handelt es sich bei beiden Urkunden um dieselben Güter, die mittlerweile an das Kloster gelangt sind. Im Jahr 1305 ist ein Ortsadel nachgewiesen, welcher eventuell im Gewann "Burghausen" residierte. Der Historiker Rüdiger Stenzel vermutet, dass das Dorf Riesch politisch und gemeinschaftlich eng an Eutingen gehangen war und die Bewohner auch dort eingepfarrt waren. Anhand von Flurbezeichnungen gab es wohl einen Dorfbrunnen, der scheinbar nah an der heutigen Gemarkungsgrenze lag.[2]

Ab dem 15. Jahrhundert ist der Name nur noch in Verbindung mit Flurnamen in den Eutinger und Nieferner Beraine belegt ("Wiese zu Riesch", "Acker zu Riesch" uvm.). Die Riescher Gemarkung wurde daher zwischen Eutingen und Niefern aufgeteilt.

Lage

In einem Eutinger Berain aus dem 15. Jahrhundert heißt es: „wissen zu Rysch by brunnen an Niefferer marck.“ Diese Wiese ist wohl die „Reyscherswies“ des 16. und 17. und die „Reiserwies“ des 19. Jahrhunderts, die da liegt, wo der „Reyschers Weg“ (1711; "Reichersweg" 1610, "Reisersweg" 1920) der von Niefern nach dem Hagenschieß führt, an der Gemarkungsgrenze zwischen Niefern und Eutingen in den Wald eintritt. Dort haben wir also die Lage des Dorfes Riesch zu suchen. Für die Lage an dieser Stelle spricht auch der Umstand, dass da der Postweg von Öschelbronn und der Reisersweg von Niefern zusammentreffen. Die Wiesen in dieser Ecke heißen heute „Brunkelwiesen, früher „auf dem Brunkel“. Sie sind später nochmals besiedelt worden. Hier stand Endes des 18. Jahrhunderts der „Bauern Hof“ oder „Leonhard Hubers Hof“ am Reiserweg und des „ Martin Hubers Hof“ am Postweg. Östlich von diesen Höfen lag da, wo die Schillbachklamm aus dem Wald heraustritt, der „Steinen Hof“ oder „Friedrich Laurmanns Hof“. Sie alle sind auch wieder verschwunden. Der ganze Waldrand bietet so ein Bild des stets wechselnder Besiedlung. Auch die am Postweg auftretenden Flurnamen „Burghausen“ und „Langendorfer Pfad“ und „im Langendorf“ deuten darauf hin.

Es ist keine Seltenheit, Wüstungen an Waldrändern zu finden. Es handelt sich dabei meist um Rodungssiedlungen, die dann wieder verlassen wurden, wenn sich an einem anderen Orte günstigere Niederlassungsbedingungen boten. Die im 18. Jahrhundert auf den Brunkelwiesen entstandenen Höfe verdanken ihren Ursprung sehr wahrscheinlich den physiokratischen Bestrebungen jener Zeit, die gerade durch Hofgründungen auf eine gründliche Bodenausnützung hinarbeiteten. Die drei genannten Höfe sind nicht die einzigen in jener Zeit auf der Nieferner Gemarkung gegründeten; aus dieser Zeit stammen auch noch der Schanzhof auf der Höhe zwischen Öschelbronn und Niefern und der Hangensteiner Hof an der württembergischen Grenze. Auch diese beiden Höfe sind am Anfang des 19. Jahrhunderts wieder abgegangen.

Abgang

Da es in dem Gebiet keine Verkarstung gibt, dürfte dies als Begründung nicht gelten (vgl. Neidlingen). Stenzel tendiert dazu, dass das Verschwinden des Ortsadels zur Wüstwerdung beigetragen hat. Karl Ehmann (1980) betont dagegen die ungünstigen Boden- und Wasserverhältnisse.[3] So sind im 18. Jahrhundert auch drei Höfe ("Bauernhof", "Martin Hubers Hof" und "Steinen Hof") auf alter Riescher Markung entstanden, die in selbigem Jahrhundert wieder untergingen.

Einzelnachweise

  1. leo-bw.de
  2. Rüdiger Stenzel: Abgegangene Siedlungen zwischen Rhein und Enz, Murg und Angelbach. In: Oberrheinische Studien. Bd. III. Fs. für G. Haselier. Bretten 1975. S. 134
  3. Karl Ehmann (1980): Abgegangene Siedlungen um Pforzheim. in: Pforzheimer Geschichtsblätter 5, S.174
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