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Leinfelder Hof

Von Stadtwiki

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Blick auf den Leinfelder Hof

Der Leinfelder Hof ist ein Weiler auf der Gemarkung Enzweihingens.

Geschichte

Zur Römerzeit befand sich auf der Flur "Leinfelder Täle" eine ausgedehnte Gutsanlage mit mehreren Gebäuden. Gefunden wurde neben gepflasterten Fußböden und Bauschutt auch eine Wasserleitung.

Der Leinfelder Hof wurde ursprünglich als eigenständiges Dorf gegründet. Seine erste urkundliche Erwähnung fand die Siedlung 801 im Lorscher Codex als ein Salcho ein Hofgut in "villa Lengenfeld" dem Kloster Lorsch verschenkt. Salcho selbst kam aus Leinfelden und dürfte daher zur örtlichen Oberschicht gehört haben. Des Weiteren schenkte ein Herrad aus Leinfelden und 891/892 ein Wolbrandi aus Mühlhausen dem Kloster Lorsch seine Güter in Lenginveld. Der Fund im Jahr 1987 eines großen Friedhofs aus dem (6./)7. Jahrhundert mit geschätzt weit über 100 Gräbern beim Bau des Enztalviadukts belegen, dass Lengenfeld eine wichtige Ortschaft in der Umgebung war. So fand man z.B. ein aufwendig gestaltete Grabkammer eines adligen Mannes, ein Bronzebecken, silbervergoldetes Pferdegeschirr oder eine Goldscheibenfibel. Die Bedeutung des Dorfes dürfte aufgrund des Enzübergangs und der Kontrolle der Ost-West-Verbindung entstanden sein.[1]

Noch im Spätmittelalter war Leinfelden ein eigenständiges Dorf mit eigener Markung. 1417 kaufte das Haus Württemberg einen Teil des Dorfes und errichtete später eine Domäne ein.[2]

Im Lagerbuch von 1523 wird jedoch klar, dass Leinfelden nun zu Vaihingen gehört und die Bürger Vaihinger Bürgerrecht besaßen. Der große Zehnt war damals stark zersplittert (u.a. Deutscher Orden, Kloster Rechentshofen).

Markungsstreit um Leinfelden

Von 1561 bis 1563 kam es erstmals zu Streitigkeiten zwischen Vaihingen, Enzweihingen und Oberriexingen um die Nutzungsrechte der Leinfelder Gemarkung, welche eine Größe zwischen 1140-1200 Morgen besaß. Der Weiler Leinfelden wurde im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit zu Vaihingen gehörig betrachtet und die Gemarkung daher nur gegenüber den anderen Ortschaften umsteint. Wohl im Bevölkerungsrückgang im 14. Jahrhundert wurden jedoch viele Leinfelder Grundstücke an Enzweihinger und Oberriexinger Bürger verkauft und diese wollten ihre Steuern auf die Grundstücke nicht an Vaihingen abtreten. Der Streit ging zu Gunsten Vaihingens aus und 1561 wurde beschlossen, dass zukünftig offiziell nur noch vom "Leinfelder Bezirk auf der Vaihinger Gemarkung" gesprochen werden dürfe. 1702 und [[1706] kam es erneut zu einem Schlichtungsstreit um die Leinfelder Güter und Rechte, die teilweise zu Ungunsten der Vaihinger ausging. Im Jahr 1718 wurde in Württemberg eine Steuerrevision vorgenommen und dabei wurden die Leinfelder Güter der Oberriexinger und Enzweihinger Bürger in die Kataster dieser Kommunen eingetragen und damit de facto zu diesen Gemarkungen. Damit verlor Vaihingen etwa die Hälfte des Leinfelder Bezirks. 1703 bzw. 1718 fielen die "Aischbachwiese" bzw. der "Hammelberg" an Enzweihingen.[3]

Einzelnachweise

  1. Gudrun Acker (2002): Die Geschichte Enzweihingens. In: 1152-2002 - Vor 850 Jahren erstmals urkundlich erwähnt - Enzweihingen, S.23f
  2. Karl Eduard Paulus (1856): Beschreibung des Oberamts Vaihingen, S. 138.
  3. Wagner (1984): Ortschronik.In: Stadtarchiv Vaihingen an der Enz (Hrsg.) Geschichtliches über Enzweihingen, S.43ff.
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