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Krankenhaus St. Trudpert

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Früherer Eingang des Krankenhauses
Früherer Eingang des Krankenhauses

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Das Siloah St. Trudpert Klinikum Pforzheim befindet sich an der Wilferdinger Str. 67 in 75179 Pforzheim.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Umgebung

Lagebild des Krankenhauses St. Trudpert - erster Bauabschnitt – am Anfang der 1930er Jahre.

Im ersten Bauabschnitt, am Anfang der 1930er Jahre, waren Sponheim- und Markgrafenstraße noch nicht ausgebaut. Die damals sporadische Bebauung am Wolfsberg hatte ihren Ursache in der späten Entwicklung der Nordstadt. Das Gebiet war seit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie im Jahre 1861 von der eigentlichen Stadt abgeschnitten. Erst am Ende der 1890er Jahre setzte nördlich der Bahnlinie eine lebhaftere Bautätigkeit ein. Eine direkte Verbindung des neuen Stadtteils mit dem Stadtkern brachte schließlich die große Nordstadtbrücke, die am 24. August 1913 dem Verkehr übergeben wurde. Gleichzeitig wurde der bisher vorhandene schienengleiche „Brettener Übergang“ geschlossen.

Beschreibung

Der Sitz des Klosters St. Trudpert ist in Münstertal bei Freiburg. Die Krankenanstalt hatte früher eine chirurgische, eine innere und eine gynäkologische Abteilung.1956 wurde das Dachgeschoß ausgebaut und die Bettenzahl erhöhte sich von 55 auf 115. Der Personalstand zu diesem Zeitpunkt: 4 Ärzte und ein Volontärarzt, 15 Schwestern,3 Verwaltungskräfte, eine techn. Assistentin, eine Massiererin, 14 Wirtschaftshilfen und ein Hausmeister. Chefarzt und Leiter der chirurgischen Abteilung war Dr. Ruef, Leiter der inneren Abteilung Dr. Schulze-Buschoff. 1963 erreichte das Krankenhaus durch nochmalige Erweiterung die Bettenanzahl von 180.

Ab dem Jahr 2000 haben das Krankenhaus St. Trudpert und das Siloah Krankenhaus kooperiert. 2009 entstand durch den Zusammenschluss der beiden Häuser das Siloah St. Trudpert Klinikum. Es wird vom 1872 gegründeten Evangelischen Diakonissenverein Siloah getragen, der im Jahre 1884 mit der Krankenhausarbeit begonnen hat. Die Motivation der Gründungsmitglieder waren die Liebe Jesu Christi und der Wunsch, diese Liebe an kranke, alte und behinderte Menschen weiterzugeben. Für den Trägerverein und das damalige Krankenhaus Siloah wurde ein Name aus einer Krankenheilung gewählt, in der berichtet wird, wie Jesus am Teich Siloah einen Blinden heilte.

Nach umfangreichen Bauarbeiten konnten bis 2015 alle Kliniken aus der Wolfsbergallee in die Wilferdinger Straße umziehen.

Geschichte

ältere Ansicht des Krankenhauses

Der Name des Krankenhauses St. Trudpert ging zurück auf den heiligen St. Trudpert, einem irischen Mönch und Glaubensboten. Die 1845 durch den Priester Abbè Blank gegründete Ordensgemeinschaft übernahm im Jahr 1920 das Kloster St. Trudpert im Münstertal und eröffnete 1929 das Krankenhaus St. Trudpert in Pforzheim.

Das Krankenhaus St. Trudpert Zeugnis einer Bürgerinitiative und der Caritas einer Kongregation

An einem Novembertag im Jahre 1927 erschienen im Kloster St. Trudpert im Münstertal, Provinz-Mutterhaus der Kongregation der Schwestern vom hl. Josef, der erste Pforzheimer Caritasrektor Kilian Gehrig und der Pforzheimer Frauenarzt Dr. Fr. Roos. Sie trugen der Klosterleitung einen wohldurchdachten Plan vor, in der Goldstadt eine mit eigenen Mitteln jenes Arztes finanzierte kleinere Klinik zu errichten und für die Krankenpflege und den Wirtschaftsbetrieb die Mitarbeit von katholischen Schwestern zu gewinnen.

ln der Stadt herrschte zu jener Zeit ein chronischer Mangel an Krankenbetten. Das 1871 fertiggestellte Städtische Krankenhaus war zwar wiederholt, zumeist provisorisch, erweitert worden, aber die Anstalt entsprach nicht mehr den Bedürfnissen einer sich stürmisch entwickelnden Stadt, deren Einwohnerzahl mittlerweile von 17.000 auf 80.000 gestiegen war. Der bereits 1913 von der Stadtverwaltung ins Auge gefaßte Plan, einen Krankenhausneubau zu errichten, musste bei Ausbruch des 1. Weltkrieges zurückgestellt werden. 1919 hofften die Stadtväter, den Neubau wegen der schlechten Finanzlage noch um etwa zehn Jahre hinausschieben zu können. Daneben bestand seit 1901 das evangelische Krankenhaus "Siloah" mit Abteilungen für Frauen-, Kinder- und Augenkrankheiten, das zwar 1914 und 1925/1926 erweitert worden war, aber die Gesamtsituation im Pforzheimer Krankenhauswesen blieb weiterhin unbefriedigend.

Die im Kloster St. Trudpert von den beiden Pforzheimern Bürgern entwickelte Initiative stieß bei der Klosterleitung auf eine Geneigtheit zur Mitwirkung, aber bei sorgfältiger Abwägung der Notwendigkeit und der sich daraus ergebenden Ausmaße des Projektes war man sich bald im klaren darüber, dass es zweckdienlicher und kostengünstiger wäre, wenn das Kloster selber die Klinik bauen und dann ein eigenes Haus durch die Schwestern versorgen lasse. Größtes Hindernis aber war der Mangel an Baukapital, denn die Zeitumstände waren für ein solches Projekt keineswegs günstig. Der turbulenten Inflation und den anschließenden Krisenjahren war zwar 1927 ein Konjunkturauftrieb gefolgt, doch setzte bereits 1928 eine rückläufige Entwicklung ein. Die Arbeitslosigkeit stieg und erreichte 1929 den Stand von über 3 Millionen Arbeitsuchenden.

Das Deutsche Reich war belastet mit den im Versailler Vertrag diktierten Reparationszahlungen, die sich allein von 1924 bis 1929 auf 7.122,6 Millionen Mark beliefen. Aus solchen und anderen Belastungen und Störungen des wirtschaftlichen Gleichgewichts wurde dann am 24. Oktober 1929 durch Kurssturz an der New Yorker Börse die folgenschwere Weltwirtschaftskrise ausgelöst. Diese Skizze der damaligen Wirtschaftssituation mag verdeutlichen, dass es den Gründern des Krankenhauses St. Trudpert nicht mangelte an Mut zum Risiko in einer guten Sache.

Baugeschichte

Planungen (1928)

Bereits Ende Dezember 1928 lagen die ersten, noch unverbindlichen Planskizzen des aus Bonn stammenden (sein Elternhaus stand neben Beethovens Geburtsstätte) und 1913 nach Pforzheim zugezogenen Architekten Josef Lorscheidt, vor. Mittlerweile war Caritasdirektor Gehrig beauftragt worden, sich nach einem Bauplatz umzusehen. Bemerkenswert sind die seinerzeit für die Baulage erhobenen Bedingungen. Die Chronik berichtet darüber:

„ Maßgebend beim Erwerb des Geländes mußten folgende Gesichtspunkte sein. Das neue Krankenhaus sollte aus dem Trubel der Stadt herausgehoben und vor allem dem ungünstig wirkenden Dunst einer Industriestadt entzogen werden. Außerdem sollten die natürlichen Heilfaktoren, die bei einem Krankenhaus nicht zu unterschätzen sind, nämlich Licht, Luft und Sonne, bei dem zu erwerbenden Gelände berücksichtigt werden.“

Die damals ganz neue, wegweisende Erkenntnis, bei der Gestaltung eines Krankenhauses die Bedeutung des Lichtes und der Luft als unentbehrliche physio- und psychologische Hilfsfaktoren zu beachten, gilt heute als eine selbstverständliche Forderung. Man entschied sich für ein Gelände auf dem Wolfsberg, das all diesen Ansprüchen genügte, reine Südlage hatte noch dazu einen weiten Blick über die Stadt, die Täler und die Schwarzwaldlandschaft bot.

Naturisten im „Luft- und Sonnenbad“ auf dem Gelände des Krankenhauses St. Trudpert.png

Ein "Luft- und Sonnenbad", das schon vor 1912 bestand, befand sich nicht direkt auf dem Gelände des ehem. Krankenhauses St. Trudpert, sondern etwas unterhalb zwischen Wolfsbergallee (Nr. 34) und der noch nicht existierenden Markgrafenstraße.


Aber die Freude über die fast schon erreichte erste Etappe war nur von kurzer, Dauer. Es traten Widerstände auf gegen dieses Projekt der Schwestern von St. Trudpert. Im Januar 1928 übermittelte die Klosterleitung sogar den Beschluß nach Pforzheim, dass sie von dem geplanten Vorhaben in Pforzheim absehen wolle. Dem klugen und überzeugenden Eintreten von Caritasrektor Gehrig, unterstützt von Stadtpfarrer Dr. Josef Elble von St. Franziskus, Rechtsanwalt Willmann, Fabrikant Theodor Herbstrith und anderen Mitbürgern, gelang es aber, die Einwände in Pforzheim zu entkräften. Bald danach konnte das vorgesehene Gelände auf dem Wolfsberg erworben werden, zunächst 45,50 ar und später noch 21 ,21 ar dazu.

Von der Versorgungskasse für badische Arzte in Mannheim, wurde der erste Kredit in Höhe von 150.000 Mark zur Verfügung gestellt. Architekt Lorscheidt erhielt den Auftrag, die endgültigen Baupläne auszuarbeiten für ein Krankenhaus mit 55 Betten, eine chirurgische, eine innere und eine gynäkologische Abteilung mit Geburtshilfe. Sein im März vorgelegtes Konzept fand die volle Zustimmung der Klosterleitung.


Am 5. Juli 1928 wurde das Baugesuch vom Bezirksamt genehmigt. Das Gutachten des Sachverständigenausschusses hatte folgenden Wortlaut:

„ Der Entwurf zeigt eine klare Gliederung der Baumassen, deren Einzelteile in gutem Verhältnis zueinander stehen. Die Anwendung eines Flachdaches für den am Südhang des Wolfsberges gelagerten Baukörper erscheint durchaus gerechtfertigt. Durch die Abstufung der Baumassen in der Richtung des Hanges wird eine recht interessante Architekturwirkung erzielt. Der in den Hang sicher und gut eingefrigte Baukörper bildet bei einer anerkennenswerten Zurückhaltung in der Höhenentwicklung eine sehr erwünschte städtebauliche Dominante für die gesamte Bebauung des Wolfsberges.“

Der Kostenvoranschlag belief sich auf 500.000 Mark. Das Problem der Finanzierung war weitgehend gelöst.


Bau (14.7.1928-11.9.1929)

Am 14. Juli 1928 war der erste Spatenstich. Es waren zwei Bauabschnitte vorgesehen. Zunächst entstanden der Bautrakt mit den Wirtschaftsräumen und Operationssälen sowie ein Flügel. Der für den zweiten Abschnitt geplante Westflügel sollte zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Noch im Herbst wurde der Rohbau fertig. Am 11. September 1929 fand die Einweihung statt. Der Chronist beschreibt das Gebäude:

„ Am Morgen früh war die Benediktion der Kapelle und des Hauses, vorgenommen von Stadtpfarrer Dr. Elble. Am Nachmittag fanden die Besichtigung des Krankenhauses und anschließend ein Festakt in engerem Kreise statt. Die staatlichen und städtischen Vertreter sowie eine Anzahl prominenter Persönlichkeiten hatten sich dazu eingefunden. Die Besichtigung des Hauses, das den Namen St. Trudpert-Krankenhaus führt, befriedigte außerordentlich. Auf der Höhe des Wolfsberges gelegen, umflutet von Licht und Sonne, erhebt sich der herrliche Bau, der seinem Baumeister, Architekt Josef Lorscheidt, alle Ehre macht. Den Krankenräumen sind in beiden Stockwerken Terrassen vorgelagert, die es ermöglichen, bei gutem Wetter alle Betten unmittelbar ins Freie zu bringen. Ein großer Teil des Flachdaches wurde als Sonnenbad ausgebaut. Die Verwaltungsräume, Ärztezimmer, Warte- und Behandlungsräume für ambulante Kranke konnten vom eigentlichen Krankenhausbetrieb abgeschlossen werden durch Anlage eines besonderen Traktes, in den diese Räume eingebaut wurden. Es wird dies später der Mittelpunkt des ganzen Hauses sein, wenn die Pläne der zweiten Bauperiode einmal durchgeführt sind. Im Untergeschoß, anstoßend an die Schwesternräume, befindet sich die geräumige, schmucke Kapelle, die 50 bis 60 Besucher platz bietet.

Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen (1962)

Nach einem Zwischenausbau im Jahre 1956 hatte das Krankenhaus eine Kapazität von 115 Betten erreicht. Entsprechend den Bedürfnissen der im Zuge des Wiederaufbaues gewachsenen Stadt faßten die Verantwortlichen des Hauses, ermutigt vom sehr aktiven Superior Friedrich Gnädinger, im Jahre 1960 den Entschluß, umfassende und abrundende Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen vornehmen zu lassen. Nach der mit den Architekten Lorscheidt und Aeckerle vereinbarten Planung war eine Erhöhung der Bettenzahl auf 200 vorgesehen. Auch Stadt- und Kreisrat bekundeten alsbald ihr lnteresse an der Erweiterung der Leistungsfähigkeit dieses Krankenhauses. Die exakt durchdachten Pläne der beiden Architekten wurden in ihren ersten Teilen im Jahre 1962 verwirklicht. Grundlegend bei der Entwicklung der geplanten Neubauteile war der Gedanke, unter Berücksichtigung des vorhandenen Bestandes durch Erweiterungsbauten für Behandlung, Krankenbetten und Personal die Anlage im Sinne einer endgültigen Lösung zu gestalten. Zudem war von Anbeginn in der Planung vorgesehen, den vorhandenen Abteilungen für lnnere Medizin, Chirurgie und Urologie wieder eine gynäkologische Abteilung mit Entbindungsstation beizufugen, nachdem diese Einrichtung während des Krieges aufgegeben worden war.

Zur Wolfsbergallee hin entstand zunächst ein einstöckiger Vorbau, der neben der Verwaltung und dem Haupteingang mit Empfangspforte auch die Räume für den Chefarzt, der lnneren Abteilung und eine sehr großzügig eingerichtete Röntgenabteilung aufgenommen hat. Nach Osten hin wurde in diesem Vorbau ein gesonderter Eingang für liegende Kranke geschaffen, die mit einem Krankenauto herbeigefahren werden. Dort besteht unmittelbar Anschluß zu den Aufzugsanlagen in die erschiedenen Stationen. Die ferner durch den Vorbau entstandenen lnnenhöfe setzen reizvolle architektonische Akzente, zugleich wird dadurch der sehr geräumigen Eingangshalle sowie den angrenzenden Räumen und Fluren eine lichtvolle, freundliche Atmosphäre verliehen. Ebenfalls 1962 entstand das neue Schwesternhaus. Es wurde im südlichen Teil des Geländes gesondert errichtet. Dieser Bauteil war dringend notwendig geworden, weil die bisherigen Schwesternunterkünfte im Untergeschoß des Altbaues nicht mehr ausreichten. Durch das Vorlagern des Schwesternhauses erhielt die gesamte Bauanlage eine wohlabgestimmte Aufgliederung der zur Stadt gerichteten Seite.

lm Jahre 1963 wurde der nach Westen an den Altbau anschließende Bettenbau in Angriff genommen. Mit 39 Krankenräumen, alle in reiner Südlage, wurde der Bestand an Patientenbetten auf 170 erhöht. Um auch einen Sonnenschutz zu erziele, wurde der Fassade des Hauptbaues eine Lamellenkonstruktion vorgelagert. Sie bietet den Kranken eine Möglichkeit, sich in der frischen Luft aufzuhalten, dort können auch die Betten gelüftet werden. Nicht zuletzt ist dadurch eine Reinigung der Fenster und der Fassadenelemente möglich, ohne dass das Krankenzimmer betreten wird. lm letzten Abschnitt wurde der Altbau aufgestockt und auf die gleiche Höhe wie der Erweiterungsbau gebracht. ln diesem Stockwerk wurde in wunderschöner Lage die Wochenstation untergebracht. Sie enthält 21 Betten, einen Kreißsaal, einen Operationsraum, einen völlig abgetrennten Pflegeraum für die Neugeborenen und Nebenräume für Ärzte, Schwestern und Patienten. Schließlich wurde der ganze Altbau völlig überholt und den Neubauteilen angeglichen. Die lnstallationen wurden ergänzt, neue Fäkalräume geschaffen. Die Einrichtungen in Küche, Waschküche und Bügelzimmer wurden modernisiert. Und es wurde ein großes Labor eingerichtet. Auch die zuvor im lnnern des Altbaues vorhandene, kleine Kapelle entsprach nicht mehr der erheblich größeren Belegung des Hauses. lm Zentrum des Geländes zur Sponheimstraße hin wurde eine geräumige, freistehende Kapelle errichtet, eine Stätte des Gebetes, der Besinnung und des Vertrauens. Mit der vollendeten Erweiterung und Modernisierung des Krankenhauses im Juli des Jahres 1965 wurden den Ärzten, den Schwestern und dem übrigen Personal die Möglichkeiten und die Mittel gegeben, ihre Hilfen im Dienste der Gesundheit der Mitmenschen unter noch besseren Voraussetzungen leisten zu können.

Baustil (Neues Bauen/Internationaler Stil) und Architektur

Internationaler Stil:Krankenhaus St. Trudpert .

Das Krankenhaus St. Trudpert am Wartberg bildet den „einzigen lokalen Vertreter des internationalen Stils in der Vorkriegszeit, der etwa zeitgleich mit dem Stuttgarter Weißenhofsiedlung und dem Maulbronner Krankenhaus entstand.“[1]


Der Chronist beschreibt die Architektur und den Stil des Gebäudes am Tag seiner Einweihung, am 11. September 1929:

„ Mit kurzen Worten: Nicht nur in der Inneneinrichtung ist größter Wert auf die modernen Errungenschaften gelegt worden, auch nach außen zeigt der Bau ganz moderne Linien. Im Hintergrund blieb das Verdienst derjenigen, die die Last der Verantwortung auf sich genommen hatten: Provinzoberin Eutropia Krämer und Superior Willibald Strohmeyer. Gerühmt worden ist immer wieder das Gestaltungsgeschick des Architekten Josef Lorscheidt, der in den zwanziger Jahren eine für die moderne Architektur entscheidende Epoche bewußt erlebt hatte. In jenen Jahren lief im Städtebau die Phase des "Neuen Bauen" an. Walter Gropius schuf in Karlsruhe die Siedlung Dammerstock. In Stuttgart entstand die Versuchssiedlung "Weißenhof", an der namhafte Architekten, so Le Corbusier, Doecker, Hilbereimer, Mies van der Rohe, Poelzig, Scharoun, Taut und andere mitbauten. Lorscheidt hat den gestalterischen Geist jener fruchtbaren ZeiI mit wachen Sinnen in sich aufgenommen und zu jener Formkraft verarbeitet, die einem in der Unverwechselbarkeit seiner Bauten so ansprechend entgegentritt.

Der erste Pforzheimer Baudezernent nach 1945, Bürgermeister Dr. Willi König, erklärte 1970 anläßlich des 80. Geburtstages von Josef Lorscheidt:
„ Die Entwicklungsreihe seiner signifikanten Bauten begann 1929 mit dem Krankenhaus St. Trudpert, das er in den östlichen Abschnitt des die Nordstadt begrenzenden Höhenrückens so unvergleichlich einfühlsam hineinkomponiert hat, dass ihm zusammen mit Architekt Dipl. Ing. Gerhard Aeckerle nach mehr als dreißig Jahren eine umfassende Erweiterung der Anlage gelang, ohne die innere Geschlossenheit der Gesamtkonzeption zu verletzen.

Einzelnachweise

  1. Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Expressionismus und Neues Bauen. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 94.

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