Kollmar & Jourdan-Haus

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Kollmar & Jourdan-Haus in der Bleichstraße
Kontorhaus Kollmar & Jourdan-Haus

Das Kollmar & Jourdan-Haus ist das ehemalige Geschäftsgebäude der Firma Kollmar & Jourdan AG. Es befindet sich in der Bleichstraße 81 in Pforzheim. Es beherbergt das Technische Museum, die Berufskollegstufe der Carlo Schmid Schule und die Pforzheim Galerie.

Das Fabrikgebäude wurde 1901 bis 1910 nach Plänen des Architekturbüros Hermann Walder[1] als Kontorhaus für die Uhrenkettenfabrik Kollmar & Jordan gebaut. Die Straßenseite ist mit farbig glasierten Sichtziegeln verkleidet. Die außergewöhnliche Farbgestaltung zeigt hellgrüne Wandflächen unterbrochen von blassweißen und bräunlichen Tönen. Das Gebäude ist ein Wahrzeichen der Goldstadt. Mehr als 2.000 Arbeiter waren zeitweise in der Kettenfabrik beschäftigt. Nach dem Konkurs der Firma wurde das große Gebäude ab 1977 zum Geschäfts- und Bürohaus umfunktioniert. Seit Dezember 2011 wird das Objekt zusammen mit dem ehemaligen RoWi Haus unter dem gemeinsamen Namen "B-Quadrat Pforzheim" geführt.

Das ehemalige Kontorhaus

Das Eckgebäude Bleichstraße und Hans-Meid-Straße wurde 1922 nach Plänen des Architekturbüros Hermann Walder als Kontorhaus für Kollmar & Jourdan gebaut. Das ursprüngliche Walmdach wurde nach dem Krieg durch ein kubisches Staffelgeschoss ersetzt. An der Bleichstraße stellen fünf figürliche Reliefbüsten in allegorischer Form die fünf Erdeile dar: Afrika, Australien (mit Känguru) Europa, Asien, Amerika, gekennzeichnet jeweils durch volkstümlichen Schmuck. Der künstlerische Urheber ist nicht bekannt, auch ein Zusammenhang zur Karlsruher Majolika-Manufaktur konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Aus den Erinnerungen des ehemaligen Doublearbeiters und "Rasslers" Georg Schröder

Mit 14 Jahren, 1899, begann er seine vierjährige Goldschmiedelehre bei der Fa. „Kollmar & Jourdan“ in Pforzheim. Damals zehn Stunden Arbeitszeit, auch samstags. Morgens mußte Lehrling Schröder um 4.45 Uhr aus dem Haus, denn um 5.50 Uhr war Zugabfahrt in Höfen nach Pforzheim. Um 18.00 Uhr war Arbeitsschluß, der Abendzug kam um 19.15 Uhr in Höfen an, dann den Berg hinauf nach Schömberg, Heimkehr um 21.00 Uhr. Die Wochenkarte von Höfen nach Pforzheim kostete 1.90 Mark. Deshalb ging Schröder sommers über Langebrand und durchs Grösseltal zum Haltepunkt Engelsbrand. Ab dort kostete die Wochenkarte nur 1.10 Mark, also 80 Pfennig weniger. Der Wochenlohn als Lehrling betrug nämlich nur vier Mark, später hatte er als Arbeiter 50 Pfennig in der Stunde, bei 54 Stunden in der Woche also 27 Mark. Schröder weiß aber auch einige Preise um jene Zeit. Ein Liter Milch kostete 14 Pfennig, ein Ei zwei Pfennig, ein Zentner Kartoffel 3 Mark und eine Zigarre drei bis 10 Pfennig. Brezel, das Stück zu 3 Pfennig, kaufte man im Dutzend, dann gab es eine extra, ein Bäckerdutzend waren 13 Stück. Das war ein ganz anderer Lebensstandard in der „Guten alten Zeit“. Immerhin – Goldschmied Schröder ist 90 Jahre alt geworden.

Quelle: Pforzheimer Kurier, 4. Oktober 1975


  1. zu dessen weiteren Bauten siehe Hermann Walder im Stadtwiki Karlsruhe
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