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Josef Kirchgessner

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Josef Kirchgessner (* 1906, † 1986) war katholischer Priester und Nazi-Gegner in Ersingen.

Josef Kirchgessner wird nach Schulbesuch in Buchen und Tauberbischofsheim und Theologie-Studium in Freiburg 1930 zum Priester geweiht. Über Oberwolfach kommt er 1931 nach Ersingen. Schon 1931 hält er dort eine Predigt „gegen die Irrtümer des Nationalsozialismus“. Er folgt damit einem Hirtenwort der Bischöfe von Freiburg, Mainz und Rottenburg, die vor der NSDAP warnen, vor allem vor deren Moralvorstellungen und Rassenideologie.

In Ersingen hat vor 1933 die katholische Zentrumspartei eine starke Festung: noch bei der Wahl am 5. März 1933 erreicht sie 53,5 Prozent der Stimmen, während die NSDAP trotz Parteiverboten, Pressezensur, willkürlichen Verhaftungen und Folter gerade 13 Prozent erreicht. Den in ganz Deutschland, also auch in Baden zur Macht gekommenen Nazis ist der junge Vikar Josef Kirchgessner ein Dorn im Auge, seine Predigten werden von der Gestapo überwacht, Gemeindemitglieder werden morgens um fünf Uhr gegen ihn verhört, er wird schriftlich und mündlich anonym bedroht, ein Lehrer zeigt ihn an, er wird dreimal in Pforzheim in der Gestapo-Außenstelle (die spätere Polizeidirektion in der Bahnhofstraße) verhört, er erhält Rede- und Predigtverbot und wird im September 1933 aus Ersingen und dem gesamten Oberamtsbezirk Pforzheim ausgewiesen.

Josef Kirchgessner gehört zu den katholischen Geistlichen an der Basis, die früh vor dem Nationalsozialismus warnen im Gegensatz zu Kirchenführern, die wie z.B. Erzbischof Gröber und mehrere Domherren in Freiburg 1933 ohne Not oder kirchliche Notwendigkeit als fördernde Mitglieder der SS-Ortsgruppe beitreten. Zurecht schreibt ein Pfarrer an die Kirchenleitung über das Unverständnis des katholischen Volkes, dass die „Bischöfe immer wieder ein so freudiges, rückhaltloses Bekenntnis zum neuen Staat ablegen“.

1933 wird Josef Kirchgessner Vikar in Bühl und 1936 in Offenburg, wo er 1937 über 700 Exemplare der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verteilt, einer scharfen Kritik der katholischen Kirche an den Angriffen der Nationalsozialisten auf ihre Religionsfreiheit - nicht jedoch die der anderen Konfessionen oder Religionsgemeinschaften.

In dem Buch „Priester unter Hitlers Terror“ heißt es über Josef Kirchgessner: „Es ist geradezu ein Wunder, dass dieser Nazigegner im Priesterrock nicht in das KZ Dachau eingeliefert wurde.“

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