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Johann Georg Friedrich Pflüger

Von Stadtwiki

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Johann Georg Friedrich Pflüger (* 25. November 1818 in Schopfheim, † 23. Oktober 1869 in Meersburg) war ein langjährig in Pforzheim wirkender Lehrer und Schulleiter, Schriftsteller und Journalist. Bleibende Bedeutung erwarb er als Verfasser einer populären Darstellung der Stadtgeschichte Pforzheims (1862).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Johann Georg Pflüger wurde 1818 als Sohn des Seilermeisters Bartlin Pflüger in Schopfheim im Wiesental geboren. In seiner Schulzeit erwies er sich als äußerst begabt, erlernte mehrere Musikinstrumente und zeigte schon früh Interesse für Literatur wie die Dramen Schillers, besonders aber für historische Bücher. In der Schopfheimer Lateinschule lernte er Latein und Altgriechisch. Hoffnungen auf ein Stipendium, das ihm ein Studium ermöglicht hätte, erfüllten sich nicht, woraufhin Pflüger sich für die Ausbildung als Volksschullehrer entschied.

1835 bis 1837 wurde Johann Georg Pflüger im Evangelischen Schullehrerseminar im Karlsruhe ausgebildet und schloss als Jahrgangsbester ab. Nach einigen Zwischenstationen als Lehrer im Umkreis seiner südbadischen Heimat kam er im April 1838 auf Empfehlung des Seminardirektors Wilhelm Stern an die Höhere Töchterschule in Rastatt, wo er für acht Jahre tätig war und von 1846 bis 1849 die erste Lehrer- und Vorstandsstelle bekleidete. Neben seiner Unterrichtstätigkeit beschäftigte er sich privat mit Botanik, Geschichte, Literatur, Mathematik, Musik und der französischen Sprache. Im Mai 1846 verheiratete er sich mit Louise Mathilde Hörth, aus der Ehe sollten vier Kinder hervorgehen.

1849 wurde Pflüger als Leiter an die neu eingerichtete Höhere Töchterschule in Pforzheim berufen, den Vorläufer des heutigen Hilda-Gymnasiums. In der Folgezeit setzte er sich für eine Reform des badischen Volksschulwesens und für die Simultanschule, d. h. konfessionell nicht mehr getrennte Schulen, ein. Daneben wurde er als Schriftsteller und Journalist tätig. Er veröffentlichte Zitatesammlungen, didaktische Abhandlungen, ein Liederbuch, eine geographisch-historische Landeskunde des Großherzogtums Baden und 1862 nach zwölfjähriger Arbeit schließlich seine Geschichte der Stadt Pforzheim, die heute nach der Zerstörung der städtischen Archive am 23. Februar 1945 die bei weitem wichtigste Quelle zur Stadtgeschichte darstellt. Außerdem schrieb er regelmäßig für verschiedene Zeitungen und war von 1856 bis 1862 verantwortlicher Redakteur des Pforzheimer Beobachters.

Im Jahr 1862 wurde Johann Georg Pflüger in den Oberschulrat, die oberste badische Schulbehörde, berufen. Die staatliche Bildungspolitik hatte zu dieser Zeit das Volksschulwesen dem kirchlichen Einfluss entzogen und betrieb die Einführung der Simultanschule, was mit Pflügers persönlicher Position übereinstimmte, jedoch vor allem von kirchlicher Seite heftig bekämpft wurde. Dass er als einziger Nichtakademiker in diesem Gremium einen höheren Rang als mehrere studierte Pädagogen einnahm, brachte ihm darüber hinaus weitere Feindschaften ein. 1868 wurde Pflüger vom Oberschulrat weg als Direktor an die Taubstummenanstalt in Meersburg am Bodensee berufen, was man wohl als Abschiebung und politisches "Bauernopfer" einstufen kann.

Kurze Zeit nach dem Antritt seiner neuen Stelle in Meersburg erkrankte Pflüger schwer an Asthma, zu dem wenig später noch eine Herzerkrankung hinzutrat. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes arbeitete er noch im Auftrag des Oberschulrates in einer Kommission mit, die einen neuen Lehrplan für die badischen Volksschulen erarbeitete. Nach weiter zunehmender Verschlechterung seiner Gesundheit starb Johann Georg Pflüger im Alter von 50 Jahren in seinem Haus in Meersburg.

Werke (Auswahl)

Ehrungen

Literatur

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