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Herrschaft Maulbronn

Von Stadtwiki

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Die Herrschaft Maulbronn beschreibt die Dorfherrschaft einzelner Ortschaften, welche das Kloster Maulbronn Ende des Mittelalters inne hatte. Gegen Ende gelang es dem Kloster größtenteils ein annähernd geschlossenes Herrschaftsgebiet aufzubauen. Im 16. Jahrhundert gelang das Kloster Maulbronn unter die Herrschaft Württembergs und das Gebiet wurde zu einem württembergischen Klosteramt.

Geschichte

Im Jahre 1156, zirka 8-9 Jahre nach der Gründung des Klosters, bestätigte Kaiser Friedrich Barbarossa die Besitztümer des Maulbronns in einer Urkunde. Dazu zählten Klosterhöfe (Grangien) in Knittlingen, Bonlanden, Elfingen, Eckenweiher, Füllmenbach sowie weitere in der Region Heidelberg bis Stuttgart. Klosterhöfe dienten der Versorgung der Mönche und wurden von i.d.R. diesen bestellt. 1159 kommt es zu einer Schenkung des Bischofs von Speyer, wodurch es zu Streubesitz in der Region um Speyer kam. Mit der Zeit kamen durch Schenkungen allmählich immer mehr Besitzungen hinzu. Besitztümer bei Rastatt wurden bis zum Ende des 12. Jahrhundert wieder veräußert. Die erhaltenen Schenkungen nördlich von Karlsruhe kamen im 14. Jahrhundert meist an den badischen Markgrafen. Ziel dieser Veräußerungen war es, diese Rechte zugunsten eines verdichtetes Herrschaftsgebietes um Maulbronn aufzugeben. Ausnahmen bildeten von dieser Politik hierbei der Besitzkomplex um Speyer und Kirchheim am Neckar, wo der Ausbau gezielt vorangetrieben wurde. Gleiches gilt wohl auch für den Ort Unteröwisheim zwischen Maulbronn und Speyer, welcher möglicherweise als Etappenziel der reisenden Mönche fungierte. Das hauptsächliche Klosterterritorium konzentrierte sich jedoch direkt um Maulbronn bis südlich der Enz. Hier gelang es die Dorfherrschaft von 20 Dörfern zu erhalten, wovon sie jedoch bei 5 Ortschaften diese teilen müssten.

Während im 12. Jahrundert die Erwerbungen hauptsächlich über Schenkungen und Stiftungen an das Kloster gelangten, kauften die Mönche ab Ende des 13. Jahrhundert gezielt Besitzungen von Adeligen ab. Die Hochphase fand in der Mitte des 14. Jahrunderts statt. Der Grund hierfür lag unter anderem an der Pest, wodurch der Niederadel einen großen Teil seiner Leibeigenen verlor und damit auch seiner Einnahmen. Durch Veräußerungen ihrer Eigentümer versuchten sie sich finanziell zu stabilisieren und zudem etwas für ihr Seelenheil zu tun. Begrenzt wurden die territorialen Erweiterungen in dieser Zeit von den drei großen benachbarten Adelsfamilien,welche den Niedergang des einfachen Adels ebenfalls ausnutzten: Baden (im Osten um Pforzheim), Württemberg (im Westen um Vaihingen an der Enz) und dem Pfalzgrafen (im Norden um Bretten). Letztlich kam dadurch das Kloster Maulbronn in den Konflikt zwischen der Pfalz und Württemberg. 1504 verwüstete Herzog Ulrich von Württemberg das Klostergebiet im Bayerischen Erbfolgekrieg, da Maulbronn unter der Schirmherrschaft der verfeindeten Pfalzgrafen war. Nach dem Sieg Ulrichs wurde dieser der neue Schirmherr des Klosters und verleibte sich das Klosterterritorium 1534/1536 endgültig ein. Von nun wurde die Herrschaft Maulbronn nur noch als württembergisches Klosteramt verwaltet und ab 1806 mit nur geringen Veränderungen als Oberamt Maulbronn.

Pflegen/Klosterämter

geschlossenes Herrschaftsgebiet um etwa 1500

Die Herrschaft Maulbronns wurde in Klosterämter, sogenannte Pflegen, untergliedert, in welchen die Einkünfte der umliegenden Dörfer gesammelt wurden. Diese waren Knittlingen, Ötisheim, Wiernsheim und Illingen sowie die außerhalb des Klostergebiets gelegenen Pflegen Unteröwisheim, Speyer und Kirchheim.

Pflegehof Ötisheim

Pflegehof Illingen

Pflegehof Knittlingen

Pflegehof Wiernsheim

Von 1411 bis 1442 wurde pfandweise Mönsheim erworben.

Ebenso besaß das Kloster „naturgemäß“ die Herrschaft über die „echten“ Grangien. Diese waren im Klostergebiet der Elfinger Hof, Weisachhof, Billensbacher Hof, Salzachhof, Füllmenbacher Hof, Steinbachhof und Eckenweiher.

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