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Arlingen

Von Stadtwiki

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Arlingen ist eine vermutete Wüstung auf der Gemarkung Brötzingen, welche nur anhand von Flurnamen erkennbar ist. Nach der Flur Arlinger ist die heutige gleichnamige Siedlung benannt worden.

Ab 1527 tauchen die ersten urkundlichen Nennungen von Fluren mit Bezug zu Arlingen auf (z.B. "zu Arlingen zwischen den zweyen wegen"). Diese waren etwa nur 500 m vom Brötzinger Ortskern entfernt und reichten bis an die Birkenfelder Gemarkungsgrenze.[1] Trotzdem wurden die meisten von ihnen einer östlichen Zelg zugeordnet, was als nachträgliche Erweiterung der Zelg nach Abgang einer Wüstung interpretiert werden könnte.[2] Der Historiker Rüdiger Stenzel rekonstruierte die Arlinger Gemarkung ungefähr zwischen der heutigen Arlingerstraße und der Dietlinger Straße. Für das Jahr 1580 sind die Flurnamen Burgrain und Burgsteig in "Underarlingen" belegt, was möglicherweise auf eine eigene Burg hinweist.[3]

Flurnamen

Die Bezeichnung zu Arlingen taucht in den Lagerbüchern 1527, 1534 und 1564 auf. Anfangs wird zudem zwischen Oberarlingen und Unterarlingen unterschieden. Später werden diese Flure als "obere Arlinger" und "untere Arlinger" bezeichnet und bis 1750 findet man die Flur "obere Arlinger am Bronnen". Während im 16. Jahrhundert noch ein "Arlinger Weg" und "Arlinger (Harlinger) Wiesen" existieren, tauchen später stattdessen ein "Arlinger Hag" (1613, 1750) und ein "Arlinger Stumpen" (1750) auf. Ein Stumpen ist eine Burgruine. Da die Flur jedoch zuvor stets nur "Stumpen" genannt wurde, handelt es sich wohl um eine erst nachträgliche Verbindung zwischen dem Ort und der Burgruine.

Geschichte und Abgang

R. Stenzel vermutet, dass Birkenfeld eine "Tochtersiedlung" Arlingens gewesen war und als dieses 1322 württembergisch wurde, gelang Arlingen in Grenzlage zwischen Baden und Württemberg und wurde abgesiedelt. Als Indiz hierfür nennt er die pfarrliche Zuordnung Birkenfelds zu Brötzingen bis ins 15. Jahrhundert.

Doch da man von der Siedlung bisher noch keine Spuren entdeckt hat, gehen andere von einem sehr frühen Abgang aus. Nach Karl Ehmann (1981) könnten jedoch vermutlich noch die Hofsiedelungen Ober- und Unterarlingen bestanden haben, die eventuell im Zusammenhang mit der Burg standen. Die Burg könnte den Herren von Weißenstein als zweiten Wohnsitz gedient haben und dann von dem badischen Herren von Enzberg|Vogt von Enzberg]] bewohnt gewesen sein.[4] Eine Urkunde von 1278 erwähnt einen Bertold von Weißenstein "gesessen in Dorf und Pfarrei Brezzingen", der von König Rudolf aufgefordert wird seine Güter in Brötzingen an das Kloster Maulbronn herauszugeben. Ehmann vermutet hieraus, dass die Burg und Arlingen ursprünglich Königsgut gewesen waren, da König Rudolf erscheinbar Anspruch erhob.[5] Mit dem Verkauf von Brötzingen 1320 an das Pforzheimer Dominikanerinnen-Kloster zerfiel vermutlich die Burg.[6] Die Wüstwerdung der Burg- oder Hofsiedlungen wäre demnach ins 14. Jahrhundert zu datieren. Die Burg lokalisierte er auf einer Anhöhe südöstlich des Brötzinger Bahnhofs.[7]

Einzelnachweise

  1. Rüdiger Stenzel: Abgegangene Siedlungen zwischen Rhein und Enz, Murg und Angelbach. In: Oberrheinische Studien. Bd. III. Fs. für G. Haselier. Bretten 1975. S. 94
  2. vgl. Jänichen: Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des schwäbischen Dorfes, Kohlhammer Stuttgart, 1970, S. 162-199, ISBN 9783170701236
  3. Stenzel (1975), S.94
  4. Die Vermutung basiert auf dem Text in der 1320er Verkaufsurkunde: "und sullent die sele (Klosterfrauen) des geslehts der Entzberck ledig sin"
  5. Karl Ehmann (1980): Abgegangene Siedlungen um Pforzheim. in: Pforzheimer Geschichtsblätter 5, S.176
  6. Karl Ehmann (1981): Die Geschichte des Dorfs Brötzingen, S.134
  7. Pforzheimer Zeitung vom 24.2.1968
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