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Alois Herdecker

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Alois Herdecker mit seiner Frau Barbara und der Tochter Anneliese

Alois Herdecker (* 7. September 1873 in Oedheim/Hohenlohe, † 5. Februar 1943 in Pforzheim) war Gewerkschafts-Sekretär und Sozialdemokrat in Pforzheim und Gegner der Nationalsozialisten.

Inhaltsverzeichnis

Im Kaiserreich

Herdecker arbeitete als Werkmeister bei der Landmaschinenfabrik Lanz in Mannheim. Er trat dort dem Hirsch-Dunckerschen Gewerkverein bei, einer kleinen Gewerkschaft, die den Liberalen nahestand. 1900 wurde er Bezirksleiter dieser Gewerkschaft.

Weimarer Zeit

1919 ging er mit seiner Frau Barbara als Gewerkschafts-Sekretär nach Pforzheim, sein Büro war in der Holzgartenstraße 3 im Haus der Druckerei Layer. Er wurde SPD-Mitglied und wirkte ehrenamtlich als Schöffe. 1925 vertrat er die streikenden Arbeiter Pforzheims in einer Verhandlungskommission in Berlin.

Büro des Hirsch-Dunkerschen Gewerkvereins im Haus der Druckerei Layer

1924 nahm er als SPD-Mitglied an der Gründungsversammlung des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, einer Vereinigung zum Schutz der ersten Demokratie, im Saalbau teil. 1927 protestierte er als 2.Vorsitzender des Reichsbanners gegen ein Arbeitsbüro des rechtsstehenden nationalistischen Stahlhelms, das nur Nicht-Gewerkschafter Arbeit vermittelte. An die Gründung der „Schutzformation“, einer Selbstschutzgruppe der Verteidiger der Republik, am 23. Februar 1931 erinnert sich Karl Schroth: “Die Zeichen stehen auf Sturm. Krawalle und Zusammenstöße, durch die SA provoziert, mehren sich. Herdecker will gewappnet sein, um, wie er sagt, 'jeden Ansturm auf die Republik und ihre Verfassung abzuwehren'.“ Am 13. Februar 1932 bei Gründungsversammlung der “Eisernen Front“ gegen die Gefahr des Faschismus im Saalbau nahm Herdecker nicht nur als SPD-Mitglied, sondern auch als Vertreter des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins teil. Über das Ziel der „Eisernen Front“ schrieb der Redakteur Lohmann in der SPD-Zeitung „Freie Presse“:„Für die Brandfackeln rechts sollen Wassereimer links bereitstehen“ .

1933: "Schutzhaft" und Rausschmiss

„Hitler – das bedeutet Krieg“ war er sich am 31. Januar 1933 mit seinen SPD-Genossen in der Gaststätte Klostermühle einig. Der Krieg begann im Inneren: Im Frühjahr 1933 sperrten ihn die Nazis in „Schutzhaft“. Die Musikkapellen des Reichsbanners mussten Musikinstrumente abgeben. Mit Hausdurchsuchungen, willkürlichen Festnahmen, Schließung von Gaststätten, die als Treffpunkte der Links-Parteien und Gewerkschaften dienten, und Verschleppung von Oppositionellen in die rasch eingerichteten Konzentrationslager Heuberg beziehungsweise Kislau bei Bruchsal schüchterten die Nazis ihre Gegner ein.

Am 2. Mai 1933 stürmten SA-Männer das Büro des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins in der Holzgartenstraße, Bibliothek, Mobiliar und Schreibmaschine wurden beschlagnahmt, Herdecker stand mit seiner Frau Barbara und vier Kindern auf der Straße. Die Bibliothek des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins wurden wie die der freien Gewerkschaften am 17. Juni 1933 auf dem Marktplatz verbrannt. Herdecker wurde 1938 zu Büroarbeiten, Botengänge und Werkzeugausgabe dienstverpflichtet, um ihm den Einblick in die Umstellung auf Rüstungsproduktion zu verwehren.

Kurz vor seinem Tod sagte er zu seiner Familie: „Ihr geht schweren Zeiten entgegen“. Am 5. Februar 1943 starb er nach einer schweren Herzattacke im Städtischen Krankenhaus.

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